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Sungard will HPs Comdisco-Deal vereiteln

23.07.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach Hewlett-Packard (HP) hat nun auch die Finanzsoftware-Company Sungard Interesse an dem Desaster-Recovery-Geschäft von Comdisco angemeldet. Comdisco hatte in der vergangenen Woche Gläubigerschutz nach Paragraf elf des US-Konkursrechts beantragt (Computerwoche online berichtete). Sungard-Chef James Mann erklärte: "Wir wollen unbedingt an dem Auktionsprozess um die Comdisco-Einheiten teilnehmen." Am heutigen Montag findet die erste Anhörung zu den Auktionsbedingungen im U.S. Bankruptcy Court for the Northern District of Illinois statt.

Damit könnte HPs geplante Akquisition der Technology Services Unit von Comdisco in Gefahr geraten. HP will für die Erweiterung seines Service-Portfolios 610 Millionen Dollar in bar auf den Tisch legen. Im Bereich Desaster Recovery beschäftigt Comdisco rund 1300 Mitarbeiter. Neben dem US-Geschäft will HP auch die Comdisco-Ableger in Großbritannien, Frankreich sowie Kanada übernehmen. Nach bislang vorliegenden Informationen sind die deutsche und spanische Niederlassung von Comdisco jedoch ebenso wenig in der Übernahme inbegriffen wie der für Netzdienste zuständige Unternehmensbereich IT CAP Solutions, der zuletzt herbe Verluste hinnehmen musste.