David Yen wechselt zu Juniper Networks

Sun verliert seinen Chip-Chef

26.03.2008
David Yen, Chef der Mikroelektronik-Sparte von Sun Microsystems, verlässt das Unternehmen nur sieben Monate nach dem Start eines Programms für den Verkauf von Suns Chips an andere Firmen.

Der Wechsel wurde durch eine Pflichtveröffentlichung von Sun bei der US-Wertpapier- und Börsenaufsicht SEC öffentlich. Yen wechselt zum Netzausrüster Juniper Networks. Nach Angaben eines Juniper-Sprechers wird er dort einen neuen Bereich leiten, der sich um sogenannte Emerging Technologies kümmern wird.

Yen war seit 20 Jahren für Sun tätig, sein Weggang ist definitiv als herber Verlust zu bewerten. Der Manager hatte im Laufe seiner Sun-Karriere unterschiedlichste Führungspositionen inne und leitete unter anderem die Server- und Storage-Sparte.

Im vergangenen Jahr hatte Sun die Auffassung vertreten, dass sich für seinen neuesten Mehrkernprozessor "Niagara 2" respektive "Ultrasparc T2" eigentlich auch jede Menge Hersteller von Netzwerkgeräten, Set-top-Boxen und Autos interessieren müssten. Bei der Präsentation des "schnellsten Commodity-Prozessors der Welt" am 2. August teilte Sun dann mit, es werde den CMT-Prozessor (Chip-Multithreading) auch losgelöst von den hauseigenen Servern anbieten. Ähnliches hatte das Unternehmen in den frühen 1990er Jahren schon einmal versucht, aber später mangels Erfolg wieder aufgehört. Das neue Mikroprozessorgeschäft läuft bislang ebenfalls nur schleppend an, wie Yen auf einer Fachkonferenz früher in diesem Monat hatte einräumen müssen.

Nach Angaben von Sun wird Mike Splain, Senior Vice President und Chief Technology Officer (CTO) der Systemsparte, neuer Leiter der Microelectronics Group. Splain ist aber offenbar nur eine Übergangslösung, bis ein endgültiger Nachfolger für David Yen gefunden ist. (tc)