Board gespalten

Sun-Übernahme durch IBM droht zu platzen

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Medienberichten zufolge wird es wohl nicht zu einer Übernahme von Sun Microsystems durch die IBM kommen.
Will den Verkauf verhindern: Scott McNealy
Will den Verkauf verhindern: Scott McNealy
Foto: Sun Microsystems Inc.

Das "Wall Street Journal" schreibt unter Berufung auf Insider, der Verwaltungsrat (Board) von Sun habe am Samstag zunächst das förmliche Übernahmeangebot der IBM abgewiesen und Big Blue in einer Notiz über das Ende der exklusiven Verhandlungen zwischen beiden Unternehmen informiert. IBM habe dann seinerseits am Sonntag seine Offerte zurückgezogen. Weitere Quellen berichten, die Situation sei aber noch "im Fluss" und Berater beider Seiten stünden weiterhin in telefonischem Kontakt.

Das Sun-Board ist demnach in zwei Lager gespalten. Eine Fraktion um den Mitgründer und langjährigen Firmenchef Scott McNealy ist gegen einen Verkauf an "Big Blue"; die andere Seite unter Führung des aktuellen CEO Jonathan Schwartz befürwortet den Deal.

Die Höhe von IBMs Angebot ist weiter unklar (angeblich bot der Konzern 9,10 oder 9,40 Dollar pro Sun-Aktie); der Kaufpreis soll aber gar nicht das Hauptproblem gewesen sein. Sun argumentierte laut "WSJ", das Angebot lasse IBM zu viel "Optionalität", sich noch aus dem Deal herauszuwinden. IBM sah in seinem Angebot indes ein volles Commitment.

Man darf gespannt sein, wie die Anleger heute auf die Nachricht reagieren. Sollte die zuletzt deutlich gestiegene Aktie von Sun stark nachgeben - vor Bekanntwerden der Übernahmeabsichten wurde sie zwischen vier und fünf Dollar gehandelt -, könnte dies Sun unter Druck setzen, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Ein anderer Kaufinteressent ist nämlich weit und breit nicht in Sicht.