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Sun sieht noch keine Belebung der Nachfrage

30.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Aufgrund der anhaltenden Kaufzurückhaltung geht Sun Microsystems davon aus, dass der Umsatz im laufenden ersten Geschäftsquartal (Ende: 30.September) maximal das untere Ende der bisherigen Prognosen erreichen wird. Das Unternehmen hatte bislang damit kalkuliert, zehn bis 15 Prozent weniger einzunehmen als im vorangegangenen vierten Quartal (3,4 Milliarden Dollar). Nun soll der Umsatz maximal 2,89 Milliarden Dollar betragen und damit in etwa auf Vorjahresniveau liegen. Finanzchef Steve McGowan erklärte, sein Unternehmen könne bislang keine Verbesserung des Investitionsklimas erkennen. "Einige sagen sogar, es kommt noch schlimmer."

Laut McGowan haben sich die schwache Nachfrage und der hohe Wettbewerbsdruck aus Herstellersicht negativ auf die Preise ausgewirkt. Insbesondere größere IT-Projekten würden nicht mehr aufgesetzt. Da der IT-Konzern trotz der Zurückhaltung der Unternehmen im vierten Quartal Marktanteile hinzugewonnen hätte, seien keine Einschnitte im Investitionsbudget geplant.

Entgegen Gerüchten über einen weiteren Stellenabbau will Sun vorerst bei seinen Plänen bleiben und bis Jahresende nur die bereits angekündigten 1000 Jobs streichen. McGowan kündigte jedoch an, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, falls sich auf längere Sicht kein Ende der Flaute abzeichne.

Sun hatte im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr 2002 einen Nettoverlust von 628 Millionen Dollar geschrieben. Gleichzeitig verbuchte das Unternehmen aus Palo Alto zum ersten Mal seit dem Börsengang im Jahr 1986 einen Umsatzeinbruch. Die Jahreseinnahmen fielen mit 12,5 Milliarden Dollar rund ein Drittel niedriger als im Vorjahr aus. Nach drei Quartalsverlusten in Folge gelang es Sun allerdings im Schlussquartal, wieder einen Nettogewinn von 20 Millionen Dollar zu erzielen. Für das laufende Quartal rechnen die Kalifornier jedoch erneut mit einem leicht negativen Ergebnis. (mb)