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Sun passt Solaris an AMDs Opteron an

10.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun Microsystems wird im kommenden Jahr eine Version von Solaris für x86 herausbringen, die die 64-Bit-Erweiterungen von AMDs "Opteron"-Prozessoren nutzt, wie Softwarechef Jonathan Schwartz gestern erklärte. Eine Beta-Version ist für das erste Quartal 2004 geplant, das endgültige Release soll im Laufe des Jahres folgen. Solaris wäre damit das vierte speziell an den neuen AMD-Chip angepasste Betriebssystem - Suse Linux ist bereits verfügbar, Red Hat will diesen Monat nachziehen. Außerdem entwickelt Microsoft ein Opteron-Windows, dieses soll ebenfalls im kommenden Jahr verfügbar sein. Die Entscheidung für die Portierung sei aufgrund des merklichen Geschwindigkeitszuwachses durch AMDs Hybrid-Chip gefallen, so Schwartz: "Auf den Systemen, die wir bis jetzt gesehen haben, ist es hoch performant."

Der Softwarechef nahm auch Stellung zu dem kritischen offenen Brief von Merrill-Lynch-Analyst Steve Milunovich (Computerwoche online berichtete), der Sun unter anderem nahe gelegt hatte, seinen Firmendesktop "Java Desktop System" einzustellen und Java in ein eigenständiges Unternehmen auszulagern. Java lasse sich genauso wenig aus Sun herauslösen wie Internet-Technologien, sagte Schwartz. Und mit "Mad Hatter" komme man "Veralltäglichungs"-Trends zuvor, die das Unternehmen in der Vergangenheit betroffen hätte (etwa Intel-Server, die an Suns Sparc-Marktanteil nagen). "Bei 50 Dollar pro Desktop machen wir das Ding komplett zur Commodity", so Schwartz.

Auch StarOffice gewinne an Fahrt, sagte der Manager, insbesondere in Europa. "Wir haben in diesem Quartal zwei Deployments mit 20.000 Stück", sagte Schwartz, der aber keine Kundennamen preisgeben wollte. Milunovichs Kritik versuchte er generell unter den Teppich zu kehren. "Herr Milunovich ist ein Fan von Theatralik", meint Schwartz, und es würde ihm nicht schaden, Suns Standpunkte einmal genauer zu betrachten. "Ich wünschte mir, er käme zu unseren Analystenkonferenzen." (tc)