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Sun öffnet sich für Intel-Prozessoren

22.01.2007
Die bisherigen Erzrivalen Sun Microsystems und Intel scheinen offenbar bereit zu einer Zusammenarbeit zu sein.

Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge stehen Sun und Intel kurz vor der Unterzeichnung eines Lieferabkommens. Demnach wird möglicherweise noch heute angekündigt, dass Sun von Intel Prozessoren beziehen wird, um sie in seinen Servern zu verbauen. Mit Bezug auf informierte Kreise berichtet das Blatt, Intel werde im Gegenzug vermutlich den Einsatz von Suns "Solaris"-Betriebssystem empfehlen.

Für Suns Chiplieferanten Advanced Micro Devices (AMD), der den Hardwarehersteller derzeit mit Prozessoren beliefert, wäre ein solches Abkommen ein Schlag ins Gesicht. AMD war angesichts eines von Intel angezettelten Preiskriegs ohnehin schon unter Druck geraten. Bislang hatte AMD den Rechnerhersteller exklusiv mit x86-Prozessoren versorgt. Den Insider-Quellen zufolge plant Sun aber nun, ähnlich wie IBM, Hewlett-Packard und Dell künftig mit beiden Lieferanten zu arbeiten.

Begräbt die alte Feindschaft mit Intel: Sun-Chef Jonathan Schwartz.
Begräbt die alte Feindschaft mit Intel: Sun-Chef Jonathan Schwartz.

Sollte das Abkommen zustande kommen, wäre Sun in der Lage, seinen Kunden ähnlich wie die Konkurrenten ein breiteres Angebot zu bieten. Bislang haben weder Intel noch Sun die Pläne bestätigt. Analysten scheinen jedoch davon auszugehen, dass der Deal zustande kommt. Das WSJ zitiert Sumit Dhanda von der Banc of America Security mit der Vorhersage, Sun werde Ende 2007 erste Intel-Server ins Angebot aufnehmen. Als Informationsquelle nennt Dhanda Informanten aus dem Kreis der Lieferanten von Hardwarekomponenten.

Sollte es zu dem Vertrag mit Intel kommen, wäre das ein weiterer Beleg dafür, dass sich das Unternehmen unter der Führung von Jonathan Schwartz pragmatischer verhält als unter Scott McNealy. Sun versucht, Marktchancen dort wahrzunehmen, wo sie sich ergeben. Früher hatte sich das Unternehmen mehr oder weniger auf seine eigenen Sparc-Chips verlassen und im unteren Serversegment lediglich AMD-Prozessoren akzeptiert. McNealy hielt nicht viel von Intel-Prozessoren und stand insbesondere mit dem Highend-Modellen der Itanium-Reihe auf Kriegsfuß. (hv)