Sun macht weitere Fortschritte

22.10.2004
Dank des lösungsorientierten Ansatzes hat Sun Microsystems im ersten Geschäftsquartal 2004/05 zum zweiten Mal in Folge ein Umsatzwachstum erzielt.

Wie das Unternehmen aus Santa Clara, Kalifornien, bekannt gab, stiegen die Einnahmen gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,6 Prozent bei einem deutlich reduzierten Verlust. Einmaleffekte wie eine Zahlung über 82 Millionen Dollar aufgrund der Einigung im Patentrechtsstreit mit Eastman Kodak sowie 108 Millionen Dollar Restrukturierungskosten ausgeklammert, erreichte der Unix- und Server-Spezialist ein ausgeglichenes Ergebnis je Aktie. Sun übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Diese hatten laut Umfrage von Thomson First Call im Schnitt mit einem Pro-forma-Verlust von drei Cent je Anteil - allerdings bei einem leicht höheren Umsatz von 2,71 Milliarden Dollar - gerechnet.

Wie der Konzern bekannt gab, folgte er den Aufforderungen der Investoren: Die Kosten wurden gesenkt, die Bruttogewinnmarge (vor Sonderkosten) gegenüber dem vorangegangenen vierten Quartal 2003/04 von 39,4 auf knapp 43 Prozent gesteigert. Die Kalifornier hatten im April angekündigt, 3300 Mitarbeiter zu entlassen. Im Berichtszeitraum wurden die noch ausstehenden 900 Kündigungen vorgenommen. Im Zuge der Restrukturierung reduzierte Sun die jährlichen Betriebskosten um 260 Millionen Dollar, teilte der Konzern mit. Bis Ende des Jahres sollen die Aufwendungen um 500 Millionen Dollar pro Jahr sinken. Gleichzeitig profitierte Sun nach eigenen Angaben von einem stärker lösungs- als produktorientierten Vertriebsansatz.

Trotz der ermutigenden Zahlen ist der IT-Anbieter noch nicht über dem Berg. So verdankte die Company einen Großteil ihres Umsatzwachstums den Serviceerlösen, die im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 952 Millionen Dollar stiegen. Die Produkteinnahmen legten dagegen nur leicht auf 1,67 Milliarden Dollar zu. Finanzchef Steve McGowan verwies allerdings darauf, dass im Berichtsquartal 52 Prozent der Server-Umsätze mit Maschinen erzielt wurden, die auf dem neuen Prozessoren des Typs "Dual Core Ultra Sparc IV" basieren. Dabei hätten insbesondere Geräte mit vier bis 24 Prozessoren den Umsatz beflügelt. Im Lowend-Bereich bewirkten die mit AMD-Prozessoren ausgerüsteten x86-Server ein Wachstum von 36 Prozent. In diesen Markt war Sun erst vor kurzem eingestiegen.

In den USA verbuchte das Unternehmen einen Einnahmenrückgang um fünf Prozent, bedingt durch die sinkenden Investitionen der TK-Anbieter und der öffentlichen Hand. In Europa dagegen kletterte der Umsatz um 18 Prozent, angetrieben durch das starke Wachstum in Großbritannien, Italien und Spanien. Hierzulande lag der Zuwachs mit rund vier Prozent auf Konzernniveau, gleichzeitig wurde ein operativer Gewinn erzielt. Für das Gesamtjahr 2004/05 habe sich Sun ein zweistelliges Umsatzplus vorgenommen, erklärte Unternehmenssprecher Martin Häring der COMPUTERWOCHE und verwies auf eine Reihe von Großaufträgen sowohl für Highend-Server als auch für die neue x86-Reihe.

Ambitionen hat auch der Gesamtkonzern: "Von nun an starten wir in die große Offensive", beschwor Suns Chief Executive Officer (CEO) Scott McNealy, neue Zeiten herauf. Der Firmenchef setzt dabei unter anderem auf das für November angekündigte Betriebssystem "Solaris 10" - "eines der besten Produkte dieses Jahrzehnts", wie der Unternehmenssprecher meint. (mb)