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Sun macht seinen Unix-Servern Dampf

06.08.2002
Der Ultrasparc III mit 1,05 Gigahertz ist nun auch für die aktuellen Midrange- und Highend-Server zu haben. Für 15 Prozent mehr Leistung müssen Kunden allerdings ordentlich in die Tasche langen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun Microsystems kündigt heute an, dass der bislang nur in "Sunblade"-Workstations verbaute schnellste "Ultrasparc-III"-Chip mit 1,05 Gigahertz Taktfrequenz ab sofort auch in den "Sunfire"-Midrange- ("3800" bis "6800") und Highend-Servern ("12000", "15000") zu haben ist. Diese waren bis dato nur mit 900 Megahertz schnellen CPUs erhältlich, die weiterhin im Programm bleiben.

Suns aktuelles Midrange-Portfolio

Kunden können von den neuen Prozessoren nach Aussagen von Group Manager Chris Kruell bei kommerziellen und technischen Anwendungen etwa 15 Prozent Mehrleistung erwarten. Alle genannten "Serengeti"-Server verwenden das so genannte Uniboard-Design, das den gleichzeitigen Betrieb unterschiedlich schneller CPUs innerhalb einer Maschine gestattet. Anwender können ihre Systeme also entweder schritt-/teilweise oder komplett auf die 1,05-Gigahertz-Chips umrüsten. Ähnliche Features bieten auch andere Hersteller, beispielsweise Fujitsu-Siemens mit seinen ebenfalls Sparc-basierten "Primepower"-Unix-Servern. Dort müssen aber zumindest innerhalb einer Domain alle CPUs gleich schnell sein; bei Sun können sogar hier unterschiedliche Prozessoren verwendet werden. Sun-Kunden mit älteren 750-Megahertz-Ultrasparc-III-Systemen können die schnelleren 900-Megahertz- und 1,05-Gigahertz-Chips nicht verwenden. Als Betriebssysteme

unterstützen die aktuellen Server Solaris in den Versionen 8 und 9.

Der Highend-Server Sunfire 15K

Zumindest nach Listenpreis verlangt Sun laut "Computerwire" für die schnelleren Chips ein ordentliches Premium. Ein Sunfire 4800 mit acht 900 Megahertz schnellen Ultrasparc-IIIs und 32 GB Hauptspeicher kostet laut Sun 285.595 Dollar. Der gleiche Server mit 1,05-Gigahertz-Prozessoren (mit 15 Prozent mehr Leistung) schlägt dagegen mit 365.595 Dollar zu Buche, das sind gut 28 Prozent mehr als die langsamere Ausführung. Beim größeren 16-Wege-System Sunfire 6800 fällt der Aufschlag mit gut 22 Prozent (709.195 Dollar für die 900-Megahertz-Maschine, 869.195 Dollar für das 1,05-Gigahertz-System) weniger heftig aus.

Insider berichten außerdem, dass Sun in Kürze auf 1,2 Gigahertz getaktete "Ultrasparc-III+"-Prozessoren vorstellen wird, die ebenfalls in den genannten Servern laufen sollen. Wie bald diese Ankündigung erfolgen wird, ist indes unklar. Sun steht aber wie alle Server-Anbieter unter massivem Druck, die Taktraten zu erhöhen. Folgen könnten auch noch pinkompatible Ultrasparc-IV-CPUs. Ob sich diese dann immer noch in den aktuellen Chassis verwenden lassen, hängt wohl von der Marktsituation und anderen Faktoren ab. (tc)