Konkurrenz für Oracle

Sun lockt einstige Bea-Kunden mit Sonderkonditionen

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Mit einem speziellen Angebot für seine SOA-Plattform wirbt Sun Microsystems um Kunden des Konkurrenten Oracle.

Die Marketing-Strategen von Sun Microsystems sehen eine Chance, Oracles SOA-Geschäft mit der Middleware Fusion und den von Bea Systems übernommenen Softwareprodukten anzugreifen. Im Zentrum der Bemühungen steht Beas einstiges Flaggschiffprodukt WebLogic. Ehemalige Bea-Kunden seien verunsichert, weil Oracle Preiserhöhungen für WebLogic plane und die kommunizierte Produkt-Roadmap viele Fragen offenlasse, argumentiert Sun. Dagegen setzen die Kalifornier ihre eigenes SOA-Paket Java CAPS (Composite Application Platform Suite).

Die ersten 20 qualifizierten WebLogic- oder Fusion-Anwender, die sich für Java CAPS entscheiden, erhalten laut Sun kostenlos Adapter für WebLogic. Damit sollen sich die einstigen Bea-Produkte mit der Sun-eigenen Plattform verbinden lassen. Sun wirbt zudem mit einem Preisvorteil gegenüber den Oracle-Produkten. Java CAPS umfasst unter anderem einen Enterprise Service Bus (ESB) und Funktionen für Business-Process-Management (BPM), Daten-Management und Event Processing. Hinzu kommt der Application Server Glassfish und die Entwicklungsumgebung NetBeans. Für das komplette Paket in der Version 6 veranschlagt Sun 120 Dollar pro Jahr und Mitarbeiter inklusive Support.

"Wenn Oracle in Zeiten sinkender IT-Budgets die Preise für Bea-Produkte erhöht, können wir mit Java CAPS eine attraktive Alternative bieten", warb Sun-Manager Ashesh Badani für das Angebot. Brad Shimmin vom Analystenhaus Current Analysis sieht durchaus Chancen für den Herausforderer: Angesichts der komplexen Aufgabe, die Produktportfolios von Bea und Oracle zu integrieren, könnten bestehende und potenzielle WebLogic-Kunden sich für die Sun-Angebote interessieren. Auch die von Oracle geplanten Preiserhöhungen könnten Kunden zu einem Wechsel bewegen.

Mehr zum SOA und BPM im CW-Experten-Blog SOA meets BPM.