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Sun gibt fast 1700 Patente für Open-Source Projekte frei

26.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) -Sun Microsystems hat angekündigt, die Nutzung von 1673 Patenten für Open-Source-Projekte freizugeben. Um welche Patente es sich handelt, hat das Unternehmen noch nicht bekannt gegeben. Außerdem sollen einige hundert weiterer Patente folgen, die beantragt, aber noch nicht erteilt sind.

Die können nach Angaben von Sun auch für Linux und andere Open-Source-Programme verwendet werden. Dies wäre ein bedeutender Unterschied zu Suns Open-Source-Lizenz "Common Development and Distribution License" (CDDL, ausgesprochen wie das englische Verb "cuddle" = knuddeln, schmusen). Die macht eine Mischung von CDDL-lizenzierten Programmen mit anderen unter der General Public License (GPL) oder ähnlichem unmöglich.

Das Patentgeschenk soll die Community ermuntern, an der Weiterentwicklung von Open Solaris mitzuarbeiten. Wie vorab gemeldet hat Sun gestern ein erstes Teilprodukt der Open-Source-Version von Solaris freigegeben. "DTrace" ist ein Tool zur Analyse von Prozessen und zum Debugging. Auf der von Sun eingerichteten Website www.opensolaris.org wird der Quellcode dieses und folgender Betriebssystemteile vorgehalten. Im zweiten Quartal dieses Jahres soll Solaris komplett veröffentlicht sein.

DTrace ist mit 90.000 Codezeilen eines der größten Programme, das Sun bisher Open Source gestellt hat. Solaris hat insgesamt rund 10 Millionen Programmierzeilen. Allerdings werden einige Teile von Solaris, beispielsweise Treiber, nur im Binärformat erscheinen. Denn Sun hat nicht das Recht, den Quellcode von Solaris-Komponenten zu veröffentlichen, die geistiges Eigentum anderer Unternehmen sind. (ls)