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Sun geht neue Wege beim Chipdesign

24.02.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun plant offenbar neuartige Prozessoren, die zahlreiche vergleichsweise kleine und simple CPUs enthalten und damit eine Art "SMP on a Chip" bieten sollen. Entsprechende technische Grundlagen hatte Sun im vergangenen Jahr mit Afara WebSystems zugekauft. Ziel dieser neuen Architektur ist es, durch Multithreading bestimmte Anwendungen deutlich schneller ablaufen zu lassen als bisher. Bis 2005 soll jeder Unterprozessor bereits vier Instruktionsfolgen (Threads) gleichzeitig verarbeiten können. Eine Demonstration der neuen Architektur will Chief Technology Officer (CTO) Greg Papadopoulos auf dem Analysten-Meeting des Unternehmens in dieser Woche anhand eines in 32 kleinere Prozessoren aufgeteilten Chips abliefern. Gordon Haff, Analyst bei Illuminata, geht allerdings davon aus, dass sich bei dieser Demo zunächst um eine reine Technologiestudie handelt, die noch weit von einem realen Produkt entfernt bleibt.

Auch in puncto Partitionierung größerer Server will Sun an die Konkurrenz (IBM, HP) verlorenen Vorsprung wieder aufholen. Unter dem Codenamen "Kevlar" entwickelt der Hersteller eine Technik, die die logische Partitionierung von Servern gestattet. Sun hatte bislang nur hardwarebasierende Aufteilungsmöglichkeiten sowie die "Container" von Solaris angeboten. Erstere sind weniger flexibel, zweitere weniger leistungsfähig als die logischen Partitionen der Unix-Wettbewerber. Illuminata-Experte Haff vermutet, dass hinter Kevlar eine verbesserte Container-Technik steckt. Wie auch immer, lange dürfte diese nicht mehr auf sich warten lassen. "Das ist bald marktreif", kündigte Papadopoulos im Vorfeld des Analysten-Meetings an. (tc)