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Sun forciert Mietmodelle für Hard- und Software

13.02.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun Microsystems möchte seine Hard- und Softwareprodukte verstärkt mit Mietmodellen koppeln, die dem Hersteller einen steten Umsatzstrom bescheren sollen. "Für unsere Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten benötigen wir konstante Einnahmen", so Firmenchef Scott McNealy. Neue Umsatzquellen kann Sun gut gebrauchen: Verdiente der Konzern während des Dotcom-Booms noch gutes Geld mit Servern für Web-Anwendungen, leidet er seit vielen Monaten an Umsatzschwäche und schreibt rote Zahlen. Etwa zwei Drittel der Einnahmen sollen zukünftig auf Mietmodelle entfallen.

Wiederkehrende Einnahmen lassen sich laut Sun nicht nur mit Server-Produkten, Storage-Systemen und Software erzielen, sondern auch mit Support-Services, Managed Services und Leasing. Softwarekonkurrenten wie Computer Associates und Microsoft ("Software Assurance") haben bereits Subscription-Modelle aufgelegt. Allerdings sind diese nicht unumstritten.

Einen Teil seiner Produkte bietet Sun bereits zur Miete an: So zahlen Kunden 100 Dollar pro Nutzer und Jahr für die Nutzung der Infrastrukturlösungen des "Java Enterprise System". Demnächst soll die Software "N1 Grid Containers" folgen. Mit ihr können Firmen Solaris-Server partitionieren.

Experten sehen in dem Ansatz der Mietlösungen Vor- und Nachteile für den kalifornischen IT-Konzern. "Einerseits kann Sun so mehr Umsatz erzielen, andererseits aber auch Einnahmen verlieren, da den Kunden die Produkte nicht mehr einzeln verkauft werden", gibt Stephen O´Grady, Senior Analyst beim Marktforschungsunternehmen Red Monk in Bath, Massachusetts, zu bedenken.

Sun plant zudem weitere Produkt-Bundles aus Servern und Software oder zusätzlicher Hardware ohne Mehrkosten. So sollen registrierte Sun-Entwickler einen auf AMDs "Opteron"-CPU basierenden Rechner mitsamt einem dreijährigen Mietvertrag für die Java-Werkezeuge zu einem Preis von 1499 Dollar pro Jahr erhalten. Die Offerte gibt es bis dato aber nur in den USA. Da sich Suns Hochleistungsserver derzeit schlecht verkaufen lassen, versucht die Firma ihr Glück mit Linux-basierenden Lowend-Maschinen mit Intel- oder AMD-Prozessoren. In diesem Segment müssen sich die Kalifornier gegen Konkurrenten wie Dell, HP und IBM behaupten.

Darüber hinaus kündigte Sun an, den Download des an die Intel-Architektur angepassten Betriebssystems Solaris kostenpflichtig zu machen. "Letztes Jahr hatten wir 500 000 Downloads von Solaris x86, meistens kostenlose, da wir so eine Entwickler-Community etablieren wollten", so Suns Softwarechef Jonathan Schwartz. Nun will der Hersteller ein Subskriptions-Modell einführen, um mit der Systemsoftware mehr Geld zu verdienen. (fn)