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Solaris bekommt NT-Fähigkeiten

Sun fällt vom Glauben ab

10.09.1998
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Solaris bekommt NT-Fähigkeiten

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Bei Sun Microsystems passieren die seltsamsten Dinge. Auf ihrem Enterprise Computing Forum in New York kündigte die Sparc-Java-Company an, sie werde ihr Betriebssystem "Solaris" an Netzwerkdienste anpassen, die das rivalisierende Windows NT von Haus aus mitbringt. Angesichts der Tatsache, daß Sun-Chef Scott McNealy NT stets als "hairball" (Haarknäuel) geschmäht hatte, doch eine überraschende Wendung. "Sun beugt sich zur Umarmung der Hairball-Anwender nach unten und wirft seine einstige Niemals-NT-Strategie über den Haufen", kommentiert Jim Garden von Technology Business Research aus Hampton, New Hampshire. Unter dem Codenamen "Project Cascade" mußte sich Sun mit AT&T zusammentun, deren "Advanced Server for Unix" es Solaris gestattet, Benutzerauthentifizierung, Verzeichnis- sowie Druck- und Dateidienste von NT nativ ablaufen zu lassen. Nach Ansicht von Sun sind es nämlich genau diese Funktionen, die Anwender in die Arme des ungeliebten NT treiben. "Unsere Kunden wollten bessere Zusammenarbeit mit Windows NT - allerdings mit der von Solaris gewohnten Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit", begründet Masud Jabbar, President von Sun Computer Systems, den denkwürdigen Kniefall seines Unternehmens.