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Sun bringt neue Ultrasparc-III-Server

29.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun Microsystems stellt heute neue Server mit Ultrasparc-III-Prozessoren vor - das unter dem Codenamen "Daktari" bekannte Acht-Wege-System sowie das erste "Netra"-Appliance mit der neuen "Cheetah"-CPU. Daktari erhält die offizielle Produktbezeichnung "Sunfire V880" und basiert wie sein kommendes Vier-Wege-Pendant ("Cherrystone") auf Zwei-Wege-Motherboards, wie sie erstmals im September vergangenen Jahres in der "Sunfire 280R" ("Littleneck") Einzug hielten. Keines dieser Systeme beherrscht jedoch das Domain-Partitioning der größeren Modelle ab "Sunfire 3800" bis hinauf zur "Starcat" (Enterprise 15000).

Die Sunfire V880 ist mit 750 Megahertz schnellen CPUs bestückt, die jeweils auf 8 MB L2-Cache zugreifen - laut Sun zwischen vier und 16 mal so viel wie in vergleichbaren Intel-Servern mit dem 700 Megahertz schnellen PIII-Xeon. Ferner gibt die McNealy-Company an, die Systembandbreite ihres Neuling sei sechs mal höher als beim von Intel und Compaq entwickelten "Profusion"-Chipsatz. Weitere Daktari-Details: Neun PCI-Slots, drei Media-Bays, Platz für bis zu zwölf im laufenden Betrieb austauschbare FC-AL-Festplatten (mit Multipathing), Fibre-Channel-Controller sowie Ethernet-Adapter (10/100 und Gigabit).

Mit der neuen Sunfire konkurriert Sun preislich klar gegen die Wintel-Konkurrenz. Die V880 sei zwischen 31 und 46 Prozent günstiger zu haben als vergleichbare Systeme von Compaq oder IBM mit gleich vielen 700-Megahertz-Xeons und gleicher Hauptspeicher- und Plattenbestückung, behauptet der Hersteller. Beispielrechnung: Eine Zwei-Wege-Maschine mit 4 GB RAM und sechs 36-GB-Platten koste knapp 30.000 Dollar; ein entsprechende "ML750" von Compaq oder "xSeries 370" von Big Blue schlage mit rund 45.000 und 48.500 Dollar zu Buche. Bei einem voll ausgebauten Acht-Wege-System koste die Sunfire mit 32 GB RAM und zwölf Harddisks rund 120.000 Dollar, ein gleich bestückter xSeries 370 komme auf 184.000 Dollar (Compaqs ML750 lässt sich nicht auf 32 GB Arbeitsspeicher ausbauen). Auf der Wintel-Seite mit eingerechnet hat Sun beim Preisvergleich Microsofts Betriebssystem Advanced Server samt Internet Connector, beim eigenen Server Solaris 8 (die älteren Releases 2.6 und 2.7 unterstützt

der Daktari-Server nicht).

Ebenfalls neu ist die "Netra 20", effektiver Nachfolger der 1999 eingeführten und unter anderem bei Telcos und Militär populären Thin Server "Netra 1120/25". Die 4U hohe Maschine lässt sich laut "Computerwire" mit bis zu zwei 750 Megahertz schnellen Ultrasprarc-IIIs sowie maximal 8 GB Hauptspeicher ausrüsten und stellt im Prinzip einen abgespeckte und NEBS-3-kompatiblen (Network Equipment Building Systems Level 3) Littleneck-Server dar. Eine Konfiguration mit 512 MB Arbeitsspeicher und einer 36-GB-FC-AL-Platte kostet knapp 11.500 Dollar.