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Studie

Suchtgefahr bei Online-Pornos gering

29.09.2011
Online-Pornografie wird von vielen Männern regelmäßig konsumiert, macht aber nur selten süchtig.
Online-Pornografie: "Zwanghafter Umgang" damit ist sehr selten, sagen Wissenschaftler.
Online-Pornografie: "Zwanghafter Umgang" damit ist sehr selten, sagen Wissenschaftler.

Zu diesem Ergebnis sind Forscher aus Rotterdam bei einer Studie über Online-Pornografie in den Niederlanden gekommen. Von einem zwanghaften Umgang könne man nur bei einer kleinen Minderheit von etwa einem Prozent der Internet-Nutzer sprechen, sagte Gert-Jan Meerkerk vom IVO-Institut in Rotterdam am Donnerstag beim Deutschen Suchtkongress in Frankfurt.

Allerdings könne die Zahl der Süchtigen noch anwachsen, sollte die Abhängigkeit von Online-Pornografie sich - wie eine Alkoholsucht - erst über mehrere Jahre entwickeln. "Es könnte sein, dass der große Boom noch kommen wird", sagte Meerkerk.

Nach der Studie haben sich rund drei Viertel der niederländischen Männer schon mal mit Online-Pornografie beschäftigt - sowie ein Drittel der Frauen. 20 Prozent der Männer tun dies mindestens ein bis zweimal in der Woche, die meiste Zeit wenden Männer zwischen 18 und 54 Jahren ohne festen Partner auf.

Dabei wird Online-Pornografie ähnlich genutzt wie andere Angebote im Netz: Kostenlos verfügbare Filme, Bilder und Texte werden bevorzugt. "Nur wenige Personen zahlen für pornografischen Inhalt", sagte Meerkerk.

Für die Studie hatten die Forscher rund 2000 Erwachsene in den Niederländen repräsentativ befragt sowie die vorhandene Literatur ausgewertet und mit Therapeuten gesprochen. (dpa/tc)