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Studie: Unternehmensgründungen im Technologie-Bereich rückläufig

21.06.2006
In Deutschland gibt es einer Studie zufolge immer weniger Unternehmensgründungen im Technologie- und Softwarebereich.

Diese Entwicklung sei ein "Alarmzeichen ersten Ranges", sagte Georg Licht, Forschungsleiter des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), am Mittwoch in Berlin. Mit Abstand größtes Hindernis seien Probleme bei der Finanzierung.

Die Zahl der Gründungen sei 2005 im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent gesunken und habe damit einen neuen Tiefpunkt erreicht, hieß es. Damit habe die Gründungstätigkeit in technologie- und wissensintensiven Wirtschaftszweigen im vergangenen Jahr um 30 Prozent unter dem Niveau von 1995 gelegen. "Der Tiefstand bei High-Tech-Gründungen ist besorgniserregend, denn nur mit Innovationen in Spitzentechnologien hat der Wirtschaftsstandort eine Zukunft im globalen Wettbewerb", sagte Jürgen Gallmann, Chef von Microsoft Deutschland. Der Austausch zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen sollte deshalb noch stärker als bisher gefördert werden.

Zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren für Neugründungen zählen der Studie zufolge neben hoher Flexibilität und enger Kundenbindung vor allem qualifiziertes Personal und ein qualifiziertes Führungsteam. Bei 69 Prozent aller erfolgreichen High-Tech-Gründungen besitze mindestens ein Gründungsmitglied einen Hochschulabschluss, bei rund zehn Prozent sei die Gründungsidee selbst im wissenschaftlichen Hochschulbereich entstanden. Probleme sahen ein Drittel der befragten Unternehmen bei der Finanzierung, etwa jedes zehnte nannte lückenhafte kaufmännische Kenntnisse als Hemmnis.

Die von dem Wirtschaftsmagazin "Impulse" und Microsoft Deutschland in Auftrag gegebene und vom ZEW durchgeführte Studie basiert auf Daten des Wirtschaftsinformationsdienstes Creditreform. Zudem wurden für die Erhebung über 1000 junge High-Tech-Gründer befragt. (dpa/tc)