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Studie: Motivation in deutschen Firmen lässt weiter nach

19.01.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Einer repräsentativen Umfrage der Potsdamer Unternehmensberatung Gallup zufolge geht es mit dem Engagement der Arbeitnehmer in Deutschland bergab. So waren zum Zeitpunkt der Befragung im Juni/Juli 2003 im Schnitt nur noch zwölf Prozent der Mitarbeiter engagiert und mit ihrem Job zufrieden - 2002 hatte ihr Anteil noch bei 15 Prozent, 2001 bei 16 Prozent gelegen. Im internationalen Vergleich rangiert Deutschland damit im unteren Mittelfeld - weit abgeschlagen hinter Ländern wie den USA (30 Prozent), Kanada (24) oder Israel (20). Lediglich Japan (neun Prozent), Frankreich (sechs) und Singapur (vier) weisen eine noch schlechtere Arbeitsmoral als hierzulande auf.

Innerhalb Deutschlands stellte Gallup in Bayern und Baden-Württemberg mit 14 Prozent eine leicht höhere Engagement-Quote als im Rest des Landes fest. In den neuen Bundesländern lag der Anteil der motivierten Mitarbeiter durch die Bank bei zehn Prozent.

70 Prozent der deutschen Angestellten machen inzwischen laut Umfrage nur noch Dienst nach Vorschrift, 18 Prozent haben bereits innerlich gekündigt. Als wichtigsten Grund für die schlechte Stimmung in den Unternehmen nennt Gallup schlechtes Management, daneben seien langwierige Einstellungsverfahren und zu wenige Beförderungen weitere Ursachen. Das fehlende Engagement hat nicht nur für die betroffene Firma knallharte Folgen: Gallup schätzt den gesamtwirtschaftlichen Schaden für Deutschland auf insgesamt 247 bis 260 Milliarden Euro jährlich - das entspricht in etwa dem Bundeshaushalt für dieses Jahr (257,3 Milliarden Euro). (mb)