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Studie: IT-Industrie in den USA auf dem Wege der Besserung

18.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Die US-amerikanische IT-Industrie nimmt nach zwei von Massenentlassungen und Gewinnrückgängen geprägten Jahren wieder Fahrt auf: Das US-Handelsministerium (Department of Commerce – DOC) schätzt in der aktuellen Studie " Digital Economy 2003 ", dass die Einnahmen der IT-Branche in diesem Jahr um 6,4 Prozent auf 1,24 Billionen Dollar steigen werden. Der Sektor wächst damit mehr als doppelt so stark wie die US-Wirtschaft insgesamt (2,9 Prozent). In den Jahren 2001 und 2002 hatte der Zuwachs der IT-Industrie in den Vereinigten Staaten lediglich 0,9 beziehungsweise 1,6 Prozent betragen.

Die IT-Industrie sei eindeutig auf dem Weg der Besserung, befindet Phil Bond, Unterstaatssekretär für Technologie beim DOC. Allerdings, so fügte seine für den Bereich Wirtschaft zuständige Kollegin Kathleen Cooper hinzu, habe sich der Anstieg der IT-Investitionen noch nicht wesentlich auf den Stellenmarkt in dem Bereich ausgewirkt. Immerhin deute sich aber nach der Entlassungswelle nun eine Stabilisierung der Situation an. Laut Studie schrumpfte die Zahl in IT-Unternehmen Beschäftigten zwischen 2000 und 2002 um 11,2 Prozent auf 4,8 Millionen – verglichen mit einem Stellenrückgang um zwei Prozent in der gesamten US-Industrie. Die Anzahl der in Anwenderunternehmen tätigen IT-Fachkräfte ging um acht Prozent auf 5,9 Millionen zurück.

Kritische Stimmen bezweifeln jedoch, dass ein Anstieg der IT-Ausgaben automatisch mehr Stellen für US-Mitarbeiter bedeutet. Aufgrund des gegenwärtigen Offshore-Trends können die IT-Firmen einen Großteil ihres gestiegenen Bedarf an Angestellten in Billiglohnländern decken, befürchtet (nicht nur) Ron Hira, Chairman des R&D-Kommittes vom IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers). (mb)