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Studie: Internet läuft den Printmedien zunehmend den Rang ab

22.11.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Internet hat sich in den letzten Jahren zu einem der führenden Medien in Deutschland gemausert. Vor allem in Puncto Nutzungsdauer und Reichweite verzeichnete das World Wide Web im Vergleich zur Konkurrenz die stärksten Zuwachsraten. Während es die Printmedien bereits in vielen Bereichen überflügelte, liegt es aber immer noch weit hinter den klassischen elektronischen Medien (Fernsehen und Radio) zurück. Dies geht aus der Langzeitstudie "Time Budget" hervor, in der das Forschungsinstitut Forsa seit 1999 das Mediennutzungsverhalten der Menschen in Deutschland untersucht.

Heute verbringt jeder Bundesbürger zwischen 14 und 49 Jahren durchschnittlich etwa 7,5 Stunden mit Medien verschiedener Art. 1999 waren es noch 6, 5 Stunden. Der Löwenanteil davon entfällt auf das Radio (169 Minuten) und das Fernsehen (153 Minuten). In gebührendem Abstand folgen Bücher mit einer Nutzungsdauer von 32 Minuten, dicht gefolgt vom Internet, mit dem sich die Deutschen mittlerweile 30 Minuten am Tag beschäftigen. Für das Lesen von Zeitungen nimmt sich der Durchschnittsbürger dagegen nur 24 Minuten und für Zeitschriften 15 Minuten Zeit. Während TV und Radio gegenüber 1999 nur leichte Zuwächse verzeichneten und die Nutzung der Printmedien nahezu konstant blieb, ist das Internet mit einem Anstieg von 21 Minuten binnen drei Jahren das am stärksten wachsende Medium in Deutschland.

Auch im Vergleich der Reichweite geht das Internet aus der Studie als der große Gewinner hervor: Während vor drei Jahren 8,2 Millionen Deutsche im Internet surften, hat sich ihre Zahl seither mit 20,8 Millionen mehr als verdoppelt. Dagegen haben die Printmedien an Reichweite verloren: Gaben 1999 noch 92 Prozent der Befragten an, zumindest gelegentlich eine Zeitung zu lesen, sind es heute nur mehr 88 Prozent. Auch bei den Zeitschriften ging dieser Wert von 73 auf 65 Prozent zurück.

Auf der Beliebtheitsskala der Deutschen steht das Fernsehen nach wie vor an der ersten Stelle: Müssten die Bundesbürger sich für ein Medium entscheiden, würden mehr als 40 Prozent unter keinen Umständen auf das TV-Angebot verzichten wollen. Für das Radio votierten 20 Prozent. Das Internet liegt mit einem Wert von 17 Prozent bereits auf dem dritten Rang. Ihre Zeitung wollen dagegen nur rund zehn Prozent der Befragten auf keinen Fall entbehren. (jw)