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Studie: Geldhahn für E-Commerce bleibt offen

01.02.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Budgets vieler Unternehmen für den elektronischen Handel werden nach Ansicht von Experten in diesem Jahr höher angesetzt als die Investitionen in die gesamte Informationstechnologie.

"Obwohl Dotcoms reihenweise verschwinden, wollen viele Unternehmen in den E-Commerce investieren, da sie sich enorme Kosteneinsparungen versprechen, wenn sie ihre Geschäfte ins Internet verlagern", meint Thomas Diffely, Vice President beim größten US-Broker Merrill Lynch und Mitautor einer kürzlich veröffentlichten Studie zu diesem Thema.

Die Studie basiert auf den Aussagen von 50 IT-Managern großer amerikanischer Unternehmen und Behörden. Ihren Angaben zufolge steigt der Etat für E-Commerce in 2001 um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Die Ausgaben für die Gesamt-IT sollen dagegen nur um sechs Prozent wachsen.

Der Einsatz von E-Commerce-Software zahle sich aus: In der Branche wird ein Return-on-Investment von 15 bis 20 Prozent in den ersten 18 Monaten des Einsatzes genannt. Allerdings geht die Meinung amerikanischer Analysten über den "E-Commerce-Hype" auseinander: Während die einen meinen, die Ergebnisse der Studie seien eher "konservativ" und die wahren Investitionszahlen lägen noch wesentlich höher, glauben andere an eine Rückkehr zur Normalität. "Noch vor zwei Jahren wollte jedes Unternehmen auf die Schnelle ein Amazon.com werden, dieser Druck ist weg - das Wachstum für E-Commerce-Ausgaben verlangsamt sich", erklärt der amerikanische Analyst Mark Wolfenberger.

Diffely bleibt optimistisch - trotz der Abschwächung beim PC-Verkauf und zurückgeschraubter Umsatzerwartungen von Firmen wie Microsoft oder Intel. In vielen Unternehmen werde der Geldhahn für den E-Commerce Mitte des Jahres wieder aufgedreht. Es gebe Rücklagen für diesen Bereich, von dem man sich eher Kosteneinsparungen als Umsatzgenerierung erhofft.