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Studie: Europas Finanzdienstleister investieren 2005 weniger in IT

11.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Finanzdienstleister in Europa werden in diesem Jahr laut Forrester Research ihre IT-Investitionen unter die Lupe nehmen. Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen rechnet damit, dass sie ihre Ausgaben im Vergleich zum vergangenen Jahr um rund 2,1 Prozent zurückfahren werden.

Forresters Associate Analyst Manuel Mendez erwartet, dass die IT-Chefs in den Financial-Services Unternehmen sich - neben dem Abschluss ihrer bereits eingeleiteten Infrastruktur-Konsolidierungsprojekte - auf die beiden Themen Enterprise Mobility und Data Center Automation konzentrieren. Rund 60 Prozent der von Forrester befragten Manager wollen 2005 in Virtual Personal Networks (VPN) zu investieren. Technik wie Server Virtualisierung und das Management gespeicherter Daten stehen ebenfalls weit oben auf ihrer Aufgabenliste.

Deswegen müssen sich Mendez zufolge die IT-Abteilungen einen größeren Teil ihres Budgets für unternehmenswichtige Aufgaben wie Kundenakquise und -betreuung sowie Schlüsselfunktionen wie Konfigurationsmanagement bereit zu halten. Die meisten stünden überdies unter dem Druck, mit erheblich weniger Mitteln als in den Vorjahren wirtschaften und gleichzeitig noch größere Erfolge vorweisen zu müssen. Netz- und RZ-Automatisierung stünden daher an der Spitze ihrer Prioritätenliste stehen.

Wer allerdings nur etwas mehr als ein Viertel seines IT-Budgets für neue Investitionen bereitstellt, riskiert laut Mendez "gravierende Verzögerungen" bei der Erneuerung und Konsoldierung der IT-Infrastruktur und den sich daraus ergebenden Automatisierungsprojekten. Forrester empfiehlt diesbezüglich, die Zielsetzung der IT-Abteilungen gegebenenfalls anzupassen.

Mendez hält das Outsourcing zumindest eines Teils der IT-Wartungstätigkeiten (zur Entlastung des eigenen Budgets) für eine interessante Lösung. Die Kosten für das Betreiben der vorhandenen IT-Infrastruktur machten heute bis zu 70 Prozent des IT-Budgets eines europäischen Finanzdienstleisters aus. Hier bestehe noch "erheblicher Spielraum", Kosten zu sparen und dadurch Mittel für neue Investitionen freizuschlagen.

Wichtig sei auch, sich alle Wege für eine künftige Automatisierung von Daten- und Rechenzentren offen zu halten und die Konsolidierung der Infrastruktur entsprechend vorzubereiten. Gegenwärtig zeigten viele Finanzdienstleister großes Interesse an Techniken wie Automated Server Patch Management, Server-Virtualisierung oder Automated Server Management. Aus Sicht von Mendez ist dies aber nur der Beginn eines langwierigen Prozesses.

Die Unternehmen müssten die Konfigurations-Managementwerkzeuge unterschiedlicher Anbieter an ihre eigenen Bedürfnisse anpassen und auch in Web-Services investieren. Als wichtige Anbieter im Bereich Data Automation nennt Mendez Computer Associates und BMC Software. Was vereinfachte Interaktion und Automatisierung von Anwendungen und Infrastruktur angeht, führt er IBM (Tivoli) und Tideway Systems an, bei der Netzgeräte-Konfiguration Spezialisten wie Alterpoint und Intelliden.

Befragt hat Forrester im Rahmen der Erhebung 40 IT-Investitionsentscheider bei großen europäischen Finanzdienstleistern. (tc)