Weiterbildung

Studie erwartet Boom beim Online-Training

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Bildungs-Manager Helmut Blank geht davon aus, dass die Zahl der Online-Lerner in den nächsten zwei Jahren von drei auf fünf Millionen wächst.

Der Konjunktureinbruch und die um sich greifende Kurzarbeit werden dem Markt für Online-Lernen in den nächsten zwei bis drei Jahren einen Boom bescheren. Zu dieser Schlussfolgerung gelangt zumindest eine aktuelle Studie des Trainingsanbieters Tiport. Während derzeit rund drei Millionen Menschen in Deutschland über das Internet lernen, sollen sich laut Tiport-Prognose schon in zwei Jahren über fünf Millionen Menschen regelmäßig online weiterbilden. Die Studie geht von einer durchschnittlichen jährlichen Steigerungsrate beim Online-Lernen von rund 30 Prozent bis 2015 aus.

"Die Verfügbarkeit von DSL zu bezahlbaren Kosten und Online-Kurspreise von unter zehn Euro im Monat sind wesentliche Katalysatoren für den anstehenden Boom beim Internet-Lernen", ist Tiport-Chef Helmut Blank überzeugt: "Den Startschuss für den Boom hat jedoch die Wirtschaftsflaute ausgelöst." Der Bildungsexperte nennt hierfür zwei Gründe. Erstens hätten die Arbeitgeber durch den Kostendruck das teure Präsenztraining praktisch auf null zusammengestrichen und schwenkten konsequent auf Online-Training um. Zweitens würden die Arbeitnehmer "so deutlich wie schon lange nicht mehr" die Bedeutung der Weiterqualifizierung für ihre eigene berufliche Laufbahn erfahren.

Zudem hat die Online-Weiterbildungsbranche selbst gelernt, sagt Bildungsprofi Helmut Blank. "Heute gibt es qualifizierte Trainingskurse für eine Flatrate-Pauschale von deutlich unter zehn Euro im Monat. Damit wird es für die Wirtschaft trotz Flaute interessant, ihre Beschäftigten für den nächsten Aufschwung fit zu machen. Der Betrag ist zudem so gering, dass eben auch viele Arbeitnehmer die knapp zehn Euro monatlich privat aufbringen, um ihre Position auf dem Arbeitsmarkt zu stärken", analysiert Blank.

Als Kernzielgruppe für Online-Lernen nennt die Tiport-Studie Arbeitnehmer zwischen 40 und 50 Jahren. Dies entspricht laut Untersuchung etwa 12,5 Millionen Menschen oder 19 Prozent der Bevölkerung. Der deutsche Gesamtmarkt für Weiterbildung wird auf über 100 Milliarden Euro geschätzt. Etwa zehn Prozent davon entfallen laut Tiport auf Themen wie Computer und Software.

Tiport (Training Interactive Portal) bezeichnet sich als Erfinder der Flatrate beim Online-Lernen. Der Nutzer kann zu einem niedrigen Pauschalbetrag einen Monat lang einen Trainingskurs benutzen. Blank will die meisten Seminare für eine Flatrate von 7,90 Euro anbieten.