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Studie: Die meisten Websites sind zu langweilig

28.08.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Wegen des unattraktiven und langweiligen Aufbaus von Homepages verläuft jede dritte gezielte Suche im Internet im Nichts. Das ist das Ergebnis einer von der Düsseldorfer Werbeagentur BBDO Interactive finanzierten Studie der Fachhochschule Düsseldorf. Im Rahmen des Berichts hatte Professor Dr. Gerhard Schub von Bossiazky das Surfverhalten von 100 seiner Studenten über einen Zeitraum von sechs Monaten beobachtet. Dazu hatte der Forscher eine Kamera unter dem Monitor des Computers installiert um die Blicke des Benutzers zu verfolgen, während er im Internet surft. Demnach konzentrierten sich die Testpersonen hauptsächlich auf die Mitte des Bildschirms. Ein Großteil der Designer der 25 ausgewählten Websites platzierten jedoch wichtige Orientierungspunkte wie Navigationsleisten am Bildschirmrand. Nach Meinung des Professors wurden Wahrnehmungsvoraussetzungen bei dem Erstellen von Websites kaum berücksichtigt. "Dabei ist es schon lange bekannt, dass wir in einer Bildkultur leben, nicht in einer Textkultur“. Im Durchschnitt klickt der Surfer drei Seiten solcher Homepages an, bis er dann schließlich die Seite ganz verlässt. Als weiters großes Manko der Internet-Auftritte erwies sich auch der Aufbau der Eröffnungsseiten. "Stellen Sie sich vor, sie stehen im Supermarkt vor dem Zeitungsregal und auf allen Titelblättern steht nur "Willkommen beim Stern“ oder "Willkommen beim Spiegel“. Kein Mensch würde eine solche Zeitung kaufen“, so Schub von Bossiazky. Demnach wechselte ein Großteil der Benutzer zu einer anderen Adresse, wenn die Startseite langweilig war.