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Studie: Börsengänge auf Rekordtief

10.04.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nur fünf amerikanische Unternehmen wagten im ersten Quartal dieses Jahres einen Börsengang und erlösten dabei schlappe 467,5 Millionen Dollar. Das ergab eine Untersuchung der Marktforscher von Ventureone. Zum ersten Mal seit zwei Jahren seien damit in einem Quartal weniger als eine Milliarde Dollar aus Börsengängen eingenommen worden. Zum Vergleich: Im entsprechenden Vorjahreszeitraum schafften 70 US-Firmen den Gang an den Börse und verschafften sich so 7, 5 Milliarden Dollar Kapital. Im vierten Quartal 2000 gab es immerhin noch 16 IPOs (Initial Public Offerings), die insgesamt 1,4 Milliarden Dollar von Anlegern einsammelten.

Unter den fünf Börsengängen im ersten Quartal sei lediglich ein Internet-Unternehmen. Die Mehrzahl stamme aus dem Gesundheitssektor. Laut Ventureone ging auch die Zahl der Firmenzusammenschlüsse und Acquisitionen zurück. 75 entsprechende Deals seien im ersten Quartal über die Bühne gegangen - mit einem Transaktionswert von gerade mal sechs Milliarden Dollar - das seien 45 Prozent weniger als im vorhergehenden Quartal. Durch die Rezession könnten börsennotierte Firmen ihr Geld nicht zum Kauf anderer Unternehmen verwenden, erklären die Marktforscher. "Wenn sich der Markt jedoch erholt, wird die Aquisitionswelle wieder größer. Allerdings werden die Summen, die für Aufkäufe ausgegeben werden, damit nicht unbedingt wieder das Niveau vom letzten Jahr erreichen", meint Ventureone-Direktor John Gabbert. Für IPOs im IT-Bereich wird sich die Situation bald bessern, glaubt Gabbert. "Es kann eigentlich kaum noch schlimmer kommen." Historische

Höhen sollen jedoch auch in diesem Sektor nicht erreicht werden.