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Studie: Anwender leiden unter ERP-Konsolidierung

07.12.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mehr als die Hälfte der mittelständischen deutschen Unternehmen sieht die Anwender als die Leidtragenden der zurzeit grassierenden Merger- und Akqusitionswelle im Markt für ERP-Software (Enterprise Resource Planning). Das zeigt eine Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Denkfabrik im Auftrag der EBS Software AG. Nur rund ein Drittel der Befragten hat Verständnis für diesen Prozess und sieht darin eine notwendige Konsolidierung. Nicht wenige Anwender fürchten, bald selbst betroffen zu sein. 17 Prozent sehen ihren ERP-Lieferanten bereits als typischen Übernahmekandidaten.

Vor allem um die Zukunft der Produkte fürchten die Kunden. 79 Prozent der Firmen vermuten als Konsequenz einer Übernahme, dass die technische Planungssicherheit leidet, 72 Prozent sehen Risiken für die Investitionssicherheit, und 71 Prozent erwarten geringeren Service. Immerhin gewinnen die Anwender dem Prozess auch etwas Positives ab. 38 Prozent erhoffen sich Vorteile durch einen stärkeren Partner.

Softwareanbieter, die sich durch eine Übernahme eine größere Kundenbasis für das eigene Produkt versprechen, haben die Rechnung allerdings ohne die Anwender gemacht. Über die Hälfte der Firmen würde bei einer Übernahme des Softwarelieferanten so lange wie möglich am jetzt eingesetzten Produkt festhalten. Ein Drittel würde sich im Markt nach anderen Angeboten für eine Migration umsehen. Nur für zwölf Prozent der Befragten kommt ein schneller Wechsel auf das ERP-System des neuen Partners in Frage.