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Studi VZ kommt in die Jahre

28.02.2008
Von Handelsblatt 
Studi VZ, Deutschlands Marktführer im Bereich der Internet-Netzwerke, will künftig auch ältere Web-Nutzer erreichen. Dazu startet heute eine neue Plattform.

Mein VZ, so der Name des neuen Angebots, ist angedockt an Studi VZ. "Es gibt in Deutschland viele Hochschulabsolventen und Nicht-Studenten, die noch nicht auf Social Networks registriert sind", erklärte Studi VZ-Chef Marcus Riecke bei der Präsentation des neuen Angebotes in Berlin.

Studi VZ ist laut des Auflagenforschungsinstituts IVW mit 6,3 Mrd. Seitenabrufen monatlich Deutschlands meistbesuchte Internet-Seite. Der für eine jüngere Zielgruppe konzipierte Ableger Schueler VZ ist mit 5,9 Mrd. Seiten die Nummer zwei. Beide Netze gehören, wie das Handelsblatt, zur Verlagsgruppe Holtzbrinck.

Mein VZ übernimmt den optischen Auftritte von Studi VZ, allein die Hauptfarben Rot und Blau werden ersetzt durch Schwarz und Orange. Im Gegensatz zu Schueler- und Studi VZ, die abgeschlossene Systeme bilden, wird die neue Plattform mit Studi VZ vernetzt. Dabei können die Mitglieder der beiden Angebote aber entscheiden, ob ihre Profile für die Teilnehmer des jeweils anderen Angebotes sichtbar sind.

Die Frage, ob Nutzer künftig Mitglied in mehreren Netzwerken sein werden, ist eine heiß diskutierte in der Branche. Während die einen glauben, Kunden wünschten sich ein Netz für das Privatleben und eines für den Beruf, locken die großen Anbieter Kunden mit der Möglichkeit, Informationen abzuschirmen. Diesen Weg geht auch der weltweite Marktführer Myspace.

Ohnehin sind die Einstellungen, mit denen die Studi VZ-Nutzer entscheiden, welche ihrer Informationen öffentlich sind, erheblich feiner als bisher. "Wir sind uns unserer Verantwortung als Marktführer bewusst", sagt Riecke. Jüngst hatte es heftige Kritik von Verbraucherschützern gegeben. Diese hatten Studi VZ vorgeworfen, seine neuen Geschäftsbedingungen seien in Sachen Datenschutz problematisch.

Die Nutzer sehen das anscheinend weniger kritisch: "Wir haben eine Zustimmung zu den neuen AGB von 90 Prozent", behauptet Riecke. Noch bis Ende März müssen die Kunden diesen Bedingungen aktiv zustimmen, ansonsten wird ihr Profil gelöscht.