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Streit um die nächsten WiFi-Generation

20.05.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der bislang führende Vorschlag für die nächste Generation drahtloser Netze 802.11n ist bei einer Abstimmung des zuständigen Gremiums bei der IEEE im australischen Cairns durchgefallen. Der vom TGnSync-Konsortium eingereichte Vorschlag erhielt nur 49 Prozent der Stimmen, nachdem er vor einigen Monaten noch 57 Prozent Ja-Stimmen bekommen hatte. Nun dürfte der konkurrierende Vorschlag der WWiSE-Gruppe wieder mehr Aufmerksamkeit erhalten.

Aktuelle Funknetze erreichen effektiv einen Durchsatz von 20 bis 24 Megabit pro Sekunde (auch wenn 802.11g theoretisch Bandbreiten bis 54 Mbps ermöglicht). 802.11n verspricht mit 100 Mbps in etwa die vierfache Geschwindigkeit. Möglich werden soll dies durch so genanntes MIMO (Multiple In/Output). Dabei werden über den gleichen Funkkanal mehrere Datenströme parallel übertragen, wozu Sender und Empfänger mehrere Antennen verwenden.

Sowohl TGnSync als auch WWiSE setzen grundsätzlich auf MIMO. Der Entwurf von TGnSync, in dem unter anderem Airgo Networks, Broadcom, Motorola, Nokia, France Telecom, Texas Instruments und NTT versammelt sind, ist einfacher gehalten. WWiSE, hinter dem Atheros, Intel, Nortel, Samsung, Sony, Qualcomm und Philips stehen, sieht unter anderem eine Verdoppelung der Kanalgröße von 20 auf 40 Megahertz sowie mehr Link-Rates als die bisherigen sechs vor.

Bislang konnte keine der beiden Seiten ausreichende Unterstützung für ihren Entwurf erzielen. Unter dem Strich dürfte letztlich wohl ein Kompromiss herauskommen - fragt sich nur, wie lange es dauert, bis sich die konkurrierenden Lager darauf einigen können. (tc)