Web

 

Streikende Autoren verursachten Schaden in Milliardenhöhe

22.02.2008
Von pte pte
Der Streik der Drehbuchautoren in Los Angeles hat einen wirtschaftlichen Schaden in Milliardenhöhe verursacht. Umsatzausfälle machen sich nicht nur bei den betroffenen Hollywood-Studios bemerkbar. Die Auswirkungen ziehen darüber hinaus weite Kreise in andere Branchen und schaden vornehmlich in Los Angeles ansässigen Unternehmen. Der US-amerikanische Wirtschaftsexperte Jack Kyser kommt zu dem Ergebnis, dass der Autorenstreik 1,7 Mrd. Euro kostete. "Hierzulande ist mit einer ähnlichen Situation nicht zu rechnen. Zwar haben die Maßnahmen in den USA auch deutsche Autoren beflügelt und es sind einige Aktionen geplant, Streiks sind aber nicht zu erwarten", sagt Margarete Evers, Geschäftsführende Justiziarin bei der Arbeitsgemeinschaft Neuer Deutscher Spielfilmproduzenten http://www.ag-spielfilm.de , im Gespräch mit pressetext.

Rechtzeitig zur Oscar-Verleihung wurde der Arbeitskampf in Hollywood, der seit dem 5. November des Vorjahres andauerte (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=071217040 ), zwar vergangene Woche beendet, alleine die Absage der Golden-Globe-Verleihung verursachte aber Ausfälle von 40 Mio. Euro, so der Internetdienst E!online. Der Gesamtschaden betrifft neben den aktiv am Film- und Fernsehgeschäft Beteiligten vor allem Zuliefererbetriebe. Laut Kyser sollen die Einnahmeausfälle neben Limousinenanbietern, Maskenbildnern und Friseuren sogar bei Blumenhändlern spürbar gewesen sein.

"Ob der Streik in Hollywood auch wirtschaftliche Folgen für die deutsche Filmwirtschaft nach sich ziehen wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Für solche Aussagen ist es noch zu früh", erklärt Evers. Langzeitauswirkungen sind aber nicht auszuschließen. Über die Ergebnisse aus den Verhandlungen zwischen Autoren und Produzenten sei aktuell noch relativ wenig bekannt. "Eine höhere Beteiligung wird auch von deutschen Schreibern gefordert. Im Moment steht die Angemessenheit der Vergütung zur Debatte. Dafür wurden bisher noch keine Ergebnisse erzielt", heißt es von der Expertin abschließend. (pte)