Stream Catcher

Dirk Bongardt, Jahrgang 1968, arbeitet seit der Jahrtausendwende als freier Journalist für eine große Bandbreite an Publikationen, sowohl online als auch gedruckt. Sein thematischer Schwerpunkt liegt auf praxisnahen Informationen rund um Gegenwarts- und Zukunftstechnologien, vorwiegend in den Bereichen Mobile und IT. Das Smartphone ist sein steter Begleiter, die digitale Fotografie – übrigens bis heute vorzugsweise mit einer \u201Erichtigen\u201C Kamera – seine Leidenschaft. In Lehrgängen für angehende Online-Redakteure vermittelt er zudem online-journalistische Basics von der Facebook-Recherche bis zum crossmedialen Publizieren.
Stream Catcher zeichnet alles an Videos und Audios auf, was man auf dem PC abspielen kann. Das Aufzeichnungs-Tool enthält auch eine einfache Schnittfunktion, um beispielsweise Werbung aus den Clips zu entfernen.

Es ist eine Binsenweisheit, die in der Unterhaltungsindustrie nicht gern gehört wird: Alles, was man hören und sehen kann, lässt sich auch aufzeichnen. Genau das zu tun, verspricht der Stream Catcher von Data Becker. Nach der flotten Installation erleben wir zunächst eine Ernüchterung: Der MPEG 2-Encoder ist eine laufzeitbegrenzte Demo-Version, die erst nach Zahlung weiterer fünf Euro dauerhaft nutzbar ist, dann allerdings für alle Data Becker-Produkte.

Die Aufnahmefunktion selbst ist clever gelöst: Ein per Mauszeiger skalierbarer Rahmen wird über den Bildschirmbereich gelegt, in dem das Video abläuft. Ein Klick auf den Aufnahmeknopf zeichnet dann alles auf, was sich innerhalb dieses Rahmens abspielt, sei es nun ein Youtube-Video, ein Stream aus dem Real Player oder ein Video-On-Demand-Angebot. Für die Codierung kann der Stream Catcher auch Codecs verwenden, die bereits auf dem System installiert sind, beispielsweise den beliebten Divx-Codec oder einen seiner Ableger. Bei den ohnehin qualitativ schlechten Videos von Youtube und Co führt die Neu-Kodierung allerdings zu einer sichtbaren Verschlechterung des Bildes.

Auch reine Audio-Aufnahmen sind mit dem Stream Catcher möglich. Dabei unterscheidet der Stream Catcher allerdings nicht zwischen dem Sound von Internet-Radiosendungen und Systemklängen, wenn beispielsweise neue Mails eintreffen. Anwendungen, die solche Klänge verursachen, bleiben während der Aufnahme also besser geschlossen. Für die fertigen Videos steht eine sehr simple Schnittfunktion zur Verfügung, die aber ausreicht, um beispielsweise Werbeeinblendungen zu entfernen oder Fade-In- und Fade-Out-Effekte zu Beginn und am Ende der Aufnahme einzufügen.

Auf zwei Bugs stießen wir beim Test: Beim Klick auf den Import Wizard, der Videos in die vom Stream Catcher geführte Medienbibliothek übernehmen soll, erschien die Fehlermeldung „Unbehandelte Ausnahme“, nach der die Arbeit allerdings fortgesetzt werden konnte. Beim Aufzeichnen mit der Kombination bestimmter Alternativ-Codecs brach die Aufnahme mit „Unbekannter Fehler“ ab.

Fazit: Stream Catcher ermöglicht die Aufzeichnung aller Video- und Audio-Clips, die sich auf dem PC abspielen lassen. Kleine Bugs trüben das positive Gesamtbild.

Alternative: Der WM Recorder (www.wmrecorder.com) leistet ähnliche Dienste, ist jedoch nicht so detailliert konfigurierbar.

BEWERTUNG

Leistung (50%): Note 2,5
Bedienung (35%): Note 2,5
Dokumentation (5%): Note 3,0
Installation/De-Installation (5%): Note 2,0
Systemanforderungen (5%): Note 2,0

GESAMTNOTE: 2,5

Anbieter:

Data Becker

Weblink:

www.databecker.de

Preis:

30 Euro

Betriebssysteme:

Windows XP, Vista

Plattenplatz:

ca. 64 MB