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Stratus liefert ersten hoch verfügbaren Linux-Server

11.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der auf fehlertolerante Server spezialisierte US-Anbieter Stratus hat gestern das erste Modell einer kommenden kompletten Linie hoch verfügbarer Server mit Linux-Betriebssystem vorgestellt. In den 90er-Jahren hatte Stratus mit Highend-Linux-Maschinen begonnen und seine Architektur in den letzten Jahren auch auf Windows 2000 und 2003 ausgeweitet. In der neuen "ftServer T Series" setzt der Anbieter eine modifizierte "gehärtete" Linux-Version auf Basis des besonders stabilen Kernels 2.4.18 ein, die auf "Xeon-DP"-Prozessoren von Intel läuft.

Hinter "T" vermutet "Computerwire" eine Anspielung auf die wahrscheinliche Zielgruppe - Telekommunikationsunternehmen nämlich. Erster Kunde ist die koreanische LG Electronics, die mit der Maschine laut Stratus eine größere Softswitching-Anwendung für Korea Telecom realisieren wird.

Der "ftServer T30" hat zwei logische Prozessoren (das heißt physikalisch deren vier) vom Typ "Prestonia" mit 2,4 Gigahertz Taktfrequenz und 512 KB L3-Cache. Der maximal adressierbare Arbeitsspeicher - gleichfalls redundant - beträgt 4 GB und soll später auf 6 GB erweitert werden. Von sechs PCI-Slots stehen vier für anwenderseitige Erweiterungen zur Verfügung. Sechs Laufwerkseinschübe können wahlweise 36- und 73-GB-Platten mit 10.000 oder (für leistungshungrige Kunden) 18-GB-Harddisks mit 15.000 U/min aufnehmen. In künftigen Modellen sollen auch noch größere Platten machbar sein - dann vermutlich 146-GB-SCSI-Drives. Ebenfalls an Bord sind vier Embedded-Netzadapter, je zwei mit 100 Mbps und zwei mit Gigabit Ethernet.

Von den Daten erinnert die Maschine stark an den im vergangenen Jahr vorgestellten Windows-Server "ft6500", gedacht ist sie aber wohl eher als Ersatz für in die Jahre kommenden "Continuum"-Server, die unter HP-UX laufen und die Stratus vor allem an Telcos und Finanzdienstleister verkauft hatte. Deren "Hypervisor"-Layer hat der Hersteller nach Windows nun auch auf Linux portiert. Fehlertolerante Server wie die von Stratus oder HP ("NonStop", Ex-Tandem) arbeiten üblicherweise mit doppelt oder dreifach redundanten Komponenten. Das macht sie zwar auch doppelt bis drei Mal so teuer, dafür erreichen sie aber auch eine Verfügbarkeit nahe an "six nines" (99,9999 Prozent) heran.

LG erhält seinen ft T30 zwar heute, allgemein verfügbar sein sollen die Systeme aber nicht vor Mai. Preise sind noch nicht bekannt, diese dürften aber nicht merklich über denen der Windows-basierenden ft-Server liegen. Begonnen hatte Stratus die Linux-Entwicklung im Sommer 2001, als die ersten Programmierer für die Portierung des Hypervisor-Layers für das Open-Source-Betriebssystem angeheuert wurden. Diese Aufgabe ist so komplex, dass bislang noch keine Unterstützung für den neuen Kernel 2.6 angekündigt wurde. (tc)