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Strategiewechsel bei Philips kostet 441 Stellen

12.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wegen der gesunkenen Nachfrage nach CD-RW-Laufwerken will Philips die Produktion zurückfahren und 441 Mitarbeiter entlassen. Betroffen sind 276 Angestellte sowie 165 Vertragsarbeiter im belgischen Werk in Hasselt. Laut Firmensprecher Michels Guillen handelt es sich dabei aber um keine neue Entlassungsrunde. Die Kürzungen seien vielmehr Teil des bereits im April angekündigten Abbaus von weltweit 4000 Stellen. Das Werk in Hasselt soll Philips künftig als Versuchsanlage für neue Produkte und Fertigungsmethoden dienen, bevor die eigentliche Herstellung in Billigländern wie Ungarn oder China anläuft. Für diese kurzfristigen Projekte wollen die Niederländer 140 neue Zeitarbeiter unter - befristeten - Vertrag nehmen. Aktuell plant der niederländische Elektronikkonzern in der belgischen Fabrik etwa die Fertigung von DVD-Recordern. Die neuen Philips-Geräte sollen das Speichern von Daten auf DVDs mit 2,5-facher Geschwindigkeit

erlauben und noch im Oktober auf den Markt kommen.

Auch Hewlett-Packard will sich Anfang nächsten Jahres von herkömmlichen CD-Brennern verabschieden und auf die lukrativeren DVD-RW-Laufwerke konzentrieren. HP plant, bereits in den nächsten Tagen ein entsprechendes Gerät auf den Markt zu bringen. Mit DVD-Recordern haben die Kunden erstmals die Möglichkeit, komplette Spielfilme auf den Silberscheiben aufzunehmen und - im Gegensatz zu Videokassetten - mehr als 80 Jahre lang zu lagern. Ob dann noch eine Technik zum Abspielen existiert, ist allerdings fraglich.