Strategien für die Jobsuche in schwierigen Zeiten

21.04.2004
Ingrid Weidner arbeitet als freie Journalistin ín München.
HANNOVER - Trotz der zarten Aufschwungssignale bleibt der IT-Arbeitsmarkt schwierig. Auch weiterhin heißt es für IT-Spezialisten auf Jobsuche, geschickte Strategien zu entwickeln. Experten zeigten in einer CeBIT-Diskussionsrunde zum Thema "Beruflich vorankommen in der Krise" ungewöhnliche Wege zum neuen Arbeitsplatz auf.

"Krise klingt wie die sieben Plagen oder gottgegeben", beschwert sich Frank Mang, Chef des Münchner Accenture-Büros, über das Motto der Diskussionsrunde. Wer auf die Rückkehr der teilweise paradiesischen Zustände am IT-Arbeitsmarkt warte, verschwende nur seine Zeit, meint der Berater. Denn in den vergangenen Jahren habe sich der IT-Markt dramatisch verändert. "Off- und Nearshore sind heute Teil der Branche", und Bewerber müssten sich mit den neuen Anforderungen und Jobprofilen auseinander setzen.

Ulf Andresen von HSC Personal-Management in Hamburg sieht momentan vor allem für Vertriebsmitarbeiter und Entwickler wieder bessere Berufsperspektiven: "In den letzten Jahren wurde viel über Projekte geredet, aber es gab keine Einstellungen. Jetzt zieht der Arbeitsmarkt wieder an, und Projekte werden auch umgesetzt." Die Frage für Bewerber bleibt: Wie finden sie gerade die Arbeitgeber, die neue Mitarbeiter suchen? Zu den Er-folgsfaktoren zählen fundiertes Wissen, ein gelungenes Selbst-Marketing und eine findige Suchmethode. Zwar gestaltet sich heute der Weg zum neuen Job viel mühsamer als noch vor einigen Jahren - aber die Lage ist nicht aussichtslos.

Mit einem Quäntchen Humor lassen sich Krisen besser meistern, das bewiesen die Diskutanten Frank Mang, Christian Zielke, Hans Königes und Ulf Andresen in Hannover. Foto: Dieter Meyer
Mit einem Quäntchen Humor lassen sich Krisen besser meistern, das bewiesen die Diskutanten Frank Mang, Christian Zielke, Hans Königes und Ulf Andresen in Hannover. Foto: Dieter Meyer

"Mit einer Engpassstrategie kommen Sie in Krisenzeiten am besten weiter", empfiehlt Christian Zielke, Professor für Kommunikation in der Wirtschaft an der Fachhochschule (FH) Gießen-Friedberg. Jobsuchende sollten zunächst ehrlich analysieren, wo ihre Stärken liegen, was sie besser können als ihre Konkurrenten um die knappen Stellenangebote.

Als Denkanstoß empfiehlt Zielke die selbstkritische Frage: "Überlegen Sie sich, für welchen Job Sie morgens um vier aufstehen und gerne zur Arbeit gehen würden." Im Publikum macht sich Unruhe breit. Freiwillig morgens um vier aufstehen?, scheint sich so mancher Besucher des Karriereforums zu fragen.

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