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Storagenetworks wird aufgelöst

01.08.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nachdem Storagenetworks trotz eifriger Suche keine Käufer finden konnte, will der angeschlagene Anbieter von Speicher-Management-Software seinen Aktionäre nun die Auflösung des Unternehmens vorschlagen. Wie die Company bekannt gab, haben mit Ausnahme eines kleinen Abwicklungsteams bereits alle Mitarbeiter ihre Entlassungspapiere erhalten. CEO Paul Flanagan kündigte außerdem an, er werde sein Amt mit sofortiger Wirkung niederlegen, seinen Sitz im Verwaltungsrat jedoch noch bis zur Liquidation des Unternehmens beibehalten.

Storagenetworks hatte bereits im ersten Quartal 2003 beschlossen, das ursprüngliche Kerngeschäft Storage-Service-Providing (SSP) bis Ende Juni einzustellen. Gleichzeitig beauftragte die Firma damals Investment-Banker damit, alle Möglichkeiten zu untersuchen, um den "Shareholder Value zu maximieren". Dabei wurde unter anderem diskutiert, andere Companies beziehungsweise Technologien zu akquirieren. Eine andere Option war, das eigene Unternehmen zu verkaufen oder aufzulösen.

Wie Storagenetworks nun mitteilte, war niemand bereit, einen akzeptablen Kaufpreis für das Unternehmen zu zahlen. Außerdem kam das Management zu der Auffassung, dass die Erfolgschancen im Bereich Storage-Management-Software zum gegenwärtigen Zeitpunkt gering seien. Der Verwaltungsrat vertrat daher die Überzeugung, dass den Interessen der Aktionäre angesichts Barmitteln in Höhe von 201 Millionen Dollar mit einer Auflösung am besten gedient sei. Nach der Schuldentilgung und dem Abzug von noch anfallenden Kosten glaubt das Unternehmen, seinen Anlegern nun 1,60 bis 1,70 Dollar je Aktie oder insgesamt rund 165 Millionen Dollar auszahlen zu können. (mb)