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Steuerfahndung nimmt Online-Händler ins Visier

18.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Den Steuerfahndern in Nordrhein-Westfalen ist ein Schlag gegen Schwarzhändler im Internet geglückt. Laut einer offiziellen Mitteilung der Finanzbehörden sind mehrere Hundert Online-Händler überführt worden. Ihnen wird vorgeworfen, Steuern in zweistelliger Millionenhöhe hinterzogen zu haben. Seit Monaten durchkämmen die Fahnder Internet-Seiten von Auktionshäusern und Erotikanbietern. Dabei hilft den Behörden eine eigens für die Steuerfahndung entwickelte Suchmaschine namens "Xpider". Der Web-Crawler durchsucht Verkaufsplattformen im Netz und stellt Querverbindungen zwischen An- und Verkäufen her. Außerdem lassen sich Daten automatisch mit Einträgen im Handelsregister und bei den Finanzbehörden abgleichen. Immer mehr Privatanbieter im Netz würden in Wirklichkeit gewerblich handeln, berichtet ein Fahnder. Die fällige Gewerbe- und Umsatzsteuer werde oftmals hinterzogen. Allein die

Online-Auktionsplattform Ebay hat mittlerweile über 70 Millionen registrierte Nutzer in 27 Ländern. 2002 wurden Waren im Wert von mehr als 15 Milliarden Dollar über Ebay gehandelt. Allein in Deutschland wurden im Weihnachtsgeschäft des vergangenen Jahres Produkte im Wert von zwei Milliarden Euro im Netz versteigert. (ba)