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Stellenabbau treibt Verizon tief in die roten Zahlen

30.01.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das freiwillige Ausscheiden von fast 22.000 Mitarbeitern oder zehn Prozent der Belegschaft hat dem größten US-amerikanischen Carrier Verizon im Schlussquartal 2003 einen hohen Verlust eingebracht. Belastet von Einmalaufwendungen in Höhe von 3,1 Milliarden Dollar, darunter 2,9 Milliarden Dollar für Abfindungen und andere restrukturierungsbedingte Kosten, verbuchte der TK-Konzern ein Nettominus von 1,46 Milliarden Dollar oder 53 Cent pro Aktie. Im Vergleichszeitraum 2002 wurde noch ein Gewinn von 2,9 Milliarden Dollar oder 83 Cent je Anteilschein erzielt. Ohne Sonderkosten hätte der Carrier aktuell einen Profit von 1,6 Milliarden Dollar oder 58 Cent je Anteil geschrieben - die Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Pro-forma-Plus von 56 Cent gerechnet. Verizons Umsatz lag mit 17,28 Milliarden Dollar leicht unter der mittleren Prognose der Wall Street (17,31 Milliarden Dollar) und weniger als ein

Prozent über den Einnahmen im Schlussquartal 2002.

Treiber des Wachstums waren das Mobilfunk- und Breitbandgeschäft, während die Einnahmen mit traditionellen TK-Dienstleistungen weiter zurückgingen. So erzielte die Mobilfunktochter Verizon Wireless ein Umsatzplus von rund 15 Prozent auf sechs Milliarden Dollar und konnte die Zahl der Vertragskunden um 1,5 Millionen auf 37,65 Millionen steigern. Die Anzahl der DSL-Nutzer erhöhte sich binnen Jahresfrist um 39 Prozent auf 2,3 Millionen.

Um seine Kosten im regionalen Telefongeschäft zügig zu senken, hatte Verizon im vergangenen Quartal den rund 152.000 Mitarbeitern der Festnetzsparte ein vorzeitiges Ausscheiden angeboten. Mit 21.600 Zusagen wurden jedoch die kühnsten Erwartungen der größten US-Telefongesellschaft übertroffen, so dass der Carrier letztendlich sogar Neueinstellungen vornehmen musste (Computerwoche.de berichtete). (mb)