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Stellenabbau: IG Metall verhandelt mit Fujitsu Siemens

21.09.2006
Die Gewerkschaft möchte die Arbeitsplätze langfristig sichern, der Konzern will Jobs in der Produktion abbauen.

Im Zusammenhang mit dem geplanten Stellenabbau beim Computerhersteller Fujitsu Siemens (FSC) will die IG Metall mit dem Unternehmen über eine Beschäftigungssicherung verhandeln. Die Tarifkommission habe einen entsprechenden Beschluss gefasst, teilte die Gewerkschaft am Mittwochabend in München mit. Ziel der Verhandlungen sei eine langfristige Sicherung der Beschäftigung und der Produktion an den deutschen Standorten des Unternehmens. "Bei FSC geht es uns nicht um eine kurzfristige Bekämpfung der aktuellen Probleme, sondern um eine langfristige Perspektive für die Beschäftigten", erklärte die IG-Metall-Verhandlungsführerin Sibylle Wankel. Fujitsu Siemens hat in Deutschland rund 5000 Beschäftigte, 2400 davon in den Werken Augsburg und Sömmerda (Thüringen). Der Konzern will rund 300 Arbeitsplätze abbauen.

Außerdem sei eine Ausweitung der Arbeitszeiten auf mindestens 39 Stunden geplant, sagte eine Unternehmenssprecherin. In Thüringen arbeiteten die Beschäftigten bereits 38 Stunden pro Woche, sonst gelte bisher die 35-Stunden-Woche. Angesichts eines geringen Lohnkostenanteils bei den von FSC gebauten Computern müsse es in den Gesprächen vor allem um die Strukturen und Prozesse bei FSC gehen, erklärte Wankel. Die erste Verhandlungsrunde solle am kommenden Dienstag (26. September) stattfinden. Die Unternehmenssprecherin bestätigte den Termin. Nach Einschätzung der IG Metall machen bei einem Desktop-PC die Materialkosten etwa 85 Prozent der Gesamtkosten aus, in der übrigen Wertschöpfung von 15 Prozent hätten die reinen Lohnkosten lediglich einen Anteil von zwei bis drei Prozent. (dpa/ajf)