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Stellenabbau bei IBM: Heimlich, aber im großen Stil

03.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach den neuesten Schätzungen der Arbeitnehmervertretung Alliance@IBM hat Big Blue in den vergangenen zwei Wochen insgesamt 5372 US-Mitarbeiter entlassen. Der Großteil der Stellenstreichungen betraf mit 2163 Angestellten den Bereich Global Services. In der Server-Division mussten 1009 Beschäftigte gehen, in der Software Group wurden 707 Posten gestrichen. Die Abteilung Speichersysteme verbuchte einen Abbau von weiteren 305 Arbeitsplätzen. Nach Information der Arbeitnehmervertretung ist außerdem in Großbritannien die Entlassung von rund 1000 Mitarbeitern geplant, bei IBM Australien sollen weitere 500 Arbeitsplätze wegfallen. Die genannten Zahlen müssten allerdings nicht unbedingt stimmen, da man sich rein auf Schätzungen verlasse, erklärte ein Sprecher von Alliance@IBM. So hat IBM zwar die Entlassung einer nichtgenannten

Anzahl von Mitarbeitern offiziell bestätigt, Details wurden allerdings nicht gegeben.

IBM reagiert mit den Maßnahmen auf die schwache Nachfrage der letzten Quartale. Erst vor kurzem hatte der neue CEO Sam Palmisano drastische Kostensenkungen angekündigt. Kurz darauf kursierten Gerüchte, es seien noch in diesem Quartal rund 9000 Arbeitsplätze bedroht. Die Zahl wurde jedoch von der Konzernführung dementiert. Dramatisch ist nun vor allem, dass auch Mitarbeiter der als krisensicher eingeschätzten Dienstleistungssparte gehen mussten. Global Services ist IBMs wichtigster Konzernbereich und beschäftigt rund 150.000 der insgesamt 320.000 IBM-Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Sparte mit 35 Milliarden Dollar rund 41 Prozent von Big Blues Gesamteinnahmen. (mb)