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Steigt France Télécom bei Mobilcom ein?

20.03.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die France Télécom plant, sich zu 20 Prozent an der Mobilcom AG zu beteiligen. Dafür sollen rund 7,8 Milliarden Mark fließen. Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Das Abkommen könnte noch in dieser Woche verkündet werden, hieß es weiter. Der französische und der deutsche Carrier wollen angeblich gemeinsam eine der vier bis sechs UMTS-Lizenzen (Universal Mobile Telecommunications Systems) erwerben, die die Bundesregierung im August dieses Jahres an die Meistbietenden versteigern will. Die Lizenz könnte Marktexperten zufolge jeweils bis zu eine Milliarde Mark kosten. Weder die France Télécom noch Mobilcom wollten zu den Spekulationen bislang Stellung nehmen.

Sollte es zu einem Deal mit dem Büdelsdorfer TK-Konzern kommen, würde sich die France Télécom endlich den längst beschlossenen Schritt in den deutschen Markt vollziehen. Nach dem Scheitern ihres Joint Ventures Global One mit der Deutschen Telekom und dem US-Carrier Sprint hatten die Franzosen versucht, E-Plus zu übernehmen. Die Akquisition war bereits so gut wie unter Dach und Fach, als der US-Carrier Bell South und der niederländische TK-Anbieter KPN in letzter Sekunde ihre Vorkaufrechte auf die E-Plus-Aktien geltend machten und dem französischen Ex-Monopolisten den deutschen Mobilfunkanbieter vor der Nase wegschnappten (CW Infonet berichtete).