Stehen die USA vor einem Insourcing-Trend?

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Schnelle Marktveränderung erfordern unmittelbare Reaktionen. Dieser Anforderung genügen viele Outsourcing-Verträge nicht.

Der US-amerikanische Brancheninformationsdienste "Global IT Service Report" von Kennedy Information spekuliert in seiner aktuellen Ausgabe über einen bevorstehen Insourcing-Trend in den USA. Zwar ist derzeit keineswegs üblich, so schreiben die Autoren, vom Outsourcing auf den Eigenbetrieb umzusteigen - immerhin stehen viele tausend erfolgreiche Auslagerungsprojekte lediglich einer Handvoll nicht verlängerter Projekte gegenüber, doch die wenigen negative Beispiele erregen großes Aufsehen, denn die Medien weiten ihre Outsorucing-Berichterstattung aus (Steigendes Interesse der Berichterstattung in den Medien an Outsourcing (P)). Die jüngsten Beispiele belegen das: Der Handelskonzern Sears beendete die Partnerschaft mit CSC, das Nobelkaufhaus Selfridges gab Capgemini den Laufpass, und die US-Bank JP Morgan stieg im vergangenen Jahr aus einem Auslagerungsprojekt mit IBM aus. Zudem überlegt der Finanzdienstleiter Prudential derzeit, seinem im kommenden Jahren auslaufenden Outsourcing-Vertrag mit Capgemini nicht zu verlängern und die IT ins eigene Unternehmen zu holen. (Deutsche Beispiele: Arag betriebt die IT selbst; DVB Bank holt IT zurück; Porsche, Zimbo und Smart beenden Auslagerungsprojekte.)

"Ich weiß nicht, ob wir hier von einem Trend sprechen können", beschwichtigte Varun Grover, Professor an der Clemson University und Autorität in der US-amerikanischen Outsourcing- und IT-Services-Industrie. "Es sind nur einzelne Fälle."

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