Open-Source- Linux-Rückblick für die Kalenderwochen 52 und 1

SteamOS Beta ist ausgegeben

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Canonical hat eine Methode vorgestellt, mit der sich eine Dual-Boot-Installation zwischen Android und Ubuntu Touch realisieren lässt.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Open-Source und Linux in den Kalenderwoche 52 und 1. Über Weihnachten und Neujahr ging es auch in der Open-Source-Szene ruhig zu. Dennoch gibt es einige interessante Neuerungen und Entwicklungen.

Die Entwickler der auf Ubuntu basierenden Linux-Distribution Linux Mint haben KDE- und Xfce-Versionen von Linux Mint 16 zur Verfügung gestellt. Das kostenlose NAS-Betriebssystem FreeNAS ist als Version 9.2.0 erschienen. Die Entwickler der digitalen Dunkelkammer Darktable haben Version 1.4 debütieren lassen.

Die Raspberry-Pi-Macher haben NOOBS und das Raspbian-Abbild aktualisiert. "The Bedian Administrator’s Handbook" wurde aktualisiert und auf Debian 7 gemünzt. Das ZTE Open mit Firefox OS lässt sich auch als Träger für eine Live-Linux-Distribution verwenden.

Canonicals Dual-Boot-Lösungen zwischen Android und Ubuntu Touch

Im Wiki von Ubuntu weisen die Entwickler darauf hin, dass der Dual-Boot-Installer allerdings nichts für normale Anwender sei. Er richte sich an Entwickler und sei auch nicht das ultimative Ziel von Ubuntu Touch.

Nach der Installation hat der Nutzer ein Gerät, bei dem er zwischen Ubuntu Touch und Android hin- und herschalten kann. Auf allen Geräten funktioniert das allerdings nicht. Derzeit brauchen Sie ein Gerät des Typs Nexus 4 und mindestens Android 4.2 "Jelly Bean". Andere unterstützte Nexus-Mobilgeräte sollten ebenfalls funktionieren, was aber nicht getestet wurde.

Weiterhin sind 2,7 GByte freier Speicherplatz notwendig und die ADB-Tools müssen auf dem Computer installiert sein. Auf dem Gerät muss außerdem der Bootloader ungesperrt und USB-Debugging aktiviert sein.

Linux Mint 16 KDE und Xfce

Linux Mint 16 basiert auf Ubuntu 13.10 "Saucy Salamander". Das gilt auch für die KDE- und Xfce-Varianten. Beide Variationen haben ähnliche Updates in Sachen Softwareverwaltung wir auch die Haupt-Distribution mit Cinnamon bekommen.

Die KDE-Version kommt mit KDE 4.11. Weiterhin bringt Sie ein Tool mit, das sich Samba-Mounter nennt. Hiermit können Sie im Netzwerk freigegebene Verzeichnisse einbinden. Das ist zwar mit KDE an sich ebenfalls möglich, aber nicht alle Programme können mit KIO umgehen. Bei LibreOffice würde das zum Beispiel zu unerwünschten Effekten führen. Sie finden Download-Links für Linux Mint 16 KDE in der offiziellen Ankündigung.

Die Xfce-Variante bringt Unterstützung für Pulse Audio mit sich. Für diesen Abkömmling gibt es eine separate Ankündigung. Dort finden Sie entsprechende Download-Links.

FreeNAS 9.2.0

Seit FreeNAS 9.1.1 haben die Entwickler laut eigenen Angaben fast 270 Bugs ausgebessert. Ebenso wurde das UI bezüglich Anwender-Freundlichkeit und Performance verbessert. Auch die Dokumentation wurde aktualisiert

FreeNAS 9.2.0 basiert auf FreeBSD 9.2-RELEASE. Unterstützung für USB 3.0 ist per Standard deaktiviert, weil es zu Kompatibilitäts-Problemen auf diverser Hardware führen kann. Avahi (Multicast DNS oder Bonjour) ist aktiviert. Somit müssen Sie die IP-Adresse des Systems nicht mehr zwingend kennen. Die Standard-Adresse lautet freenas.local.

Weiterhin hat das System kein Standard-Administrator-Passwort mehr. Beim ersten Aufruf fordert Sie FreeNAS auf, ein Kennwort zu vergeben. Tägliche Nachrichten im Format "Alles OK!" gibt es nicht mehr. Künftig werden dann Meldungen ausgegeben, wenn etwas schief gelaufen ist.

Sie können FreeNAS 9.2.0 über die Download-Seite des Projekts herunterladen.

Darktable 1.4

Eine Besonderheit an Darktable 1.4 ist, dass die digitale Dunkelkammer nun eine LUA-Scripting-Engine mit sich bringt. Sie können also eigene Script schreiben, die beim Eintreffen bestimmter Ereignisse ausgeführt werden. Eine kleine Einführung zu diesem Them stellen die Entwickler auf dieser Seite zur Verfügung.

Zudem können Sie einen Export als WebP-Format durchführen. Es gibt außerdem diverse Arten an gezeichneten Masken. Darunter befinden sich Pinsel, Kreis, Ellipse, Pfad und Verlauf.

Die Entwickler schreiben, dass an die Performance verbessert wurde. Das macht sich vor allen Dingen beim Leuchttisch bemerkbar. Ebenso neu ist das Erkennen von Bereichen, die sich im Fokus befinden. Es gibt neue Module und das Histogramm der Bilder lässt sich in Wellenform darstellen.

In der Konfiguration können Sie einstellen, dass nur ein Modul gleichzeitig ausgeklappt ist. Öffnen Sie dann ein zweites, klappt sich das vorher geöffnete ein. Sie finden den Quellcode bei sourceforge.net. Installations-Hinweise für diverse Distributionen stellen die Entwickler hier zur Verfügung. Für Ubuntu und Derivate gibt es ein PPA.

Raspberry Pi: NOOBS 1.3.3

Wer mit dem Raspberry Pi erstmals in Berührung kommt, wird sich über NOOBS freuen. Diese Software erleichtert nicht nur das Installieren der auf Debian basierenden Distribution Raspbian, sondern lässt auch mehrere Distributionen auf einer SD-Karte zu.

Kurz vor Weihnachten wurde zudem das Abbild von Raspbian aktualisiert. Sie finden dort nun Linux-Kernel 3.10 und einen hardwarebeschleunigten X-Treiber. Mathematica und Wolfram Language sind vorinstalliert.

"The Debian Administrator’s Handbook" für Debian 7 "Wheezy"

Bei der neuesten Version des Administrator-Handbuchs für Debian handelt es sich um das erste große Update seit Herausgabe im Mai 2012.

Sämtliche Kapitel wurden angepasst und irrelevanten Inhalte entfernt. Sie können das Buch online einsehen oder eine gedruckte Ausgabe bestellen. Weiterhin steht ein Debian-Paket zur Verfügung. Da es keine Abhängigkeiten mit sich bringt, sollte es sich auf jedem Debian-System installieren lassen. Das Buch ist komplett auf Englisch.

ZTE Open als Träger für eine Live-Distribution

Das ZTE Open mit Firefox OS lässt sich nicht nur zum Telefonieren verwenden. Sie können auf die optionale SD-Karte ebenfalls eine Linux-Live-Distribution aufspielen.

Das Telefon agiert dann somit als USB-Stick. Sobald das System gestartet ist, können Sie sogar die Internet-Sharing-Fähigkeiten des Smartphones nutzen und die vom ZTE Open gestartete Distribution über mobiles Breitband mit dem Internet verbinden.