Selbstinterferenz adé?

Startup Kumu will drahtlose Kommunikation revolutionieren

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Das kalifornische Startup Kumu glaubt den "Heiligen Gral" für die Zukunft drahtloser Netze nach 4G-Mobilfunk gefunden zu haben.

Kumu Networks will einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge die bisherige Annahme aus der Welt schaffen, dass mobile Geräte nicht auf derselben Frequenz Daten gleichzeitig senden um empfangen können und so die Kapazität von sowohl Mobilfunk- wie auch Wi-Fi-Netzen effektiv verdoppeln. Die derzeit rund 20-köpfige Company wurde von einer Gruppe Stanford-Wissenschaftler gegründet, die schon 2011 in einem Forschungsbericht einen entsprechenden Durchbruch vermeldet hatten.

Das Team von Kumu Networks
Das Team von Kumu Networks
Foto: Kumu Networks

Prototypen seiner Technik hat Kumu mittlerweile parat; in den kommenden sechs Monaten soll diese in Feldversuchen mit ungenannten Partnern ihre Praxistauglichkeit unter Beweis stellen. "Aktuell sagen viele, dass wir unsere Werkzeuge zur Verbesserung der Spektrumeffizienz aufgebraucht haben", sagt Kumu-CEO und -Mitgründer Sachin Katti. "Wenn sich Netzbetreiber unsere Lösung ansehen, werden sie erkennen, dass doch noch ein großes Tool übrig ist." Katti ist immer noch Assistenzprofessor für Eletrotechnik und Informatik in Stanford; die meisten Kumu-Gründer waren seine Studenten.

Kumu hat bisher 10 Millionen Dollar von unter anderem Khosla Ventures und New Enterprise Associates erhalten, um das Problem der sogenannten Selbstinterferenz in den Griff zu kriegen - es verfolgt dazu einen ähnlichen Ansatz wie Noise-Cancelling-Kopfhörer. Dass das funktioniert, wird allerdings von vielen bezweifelt. "Was ich bisher gesehen habe, hat mich nicht überzeugt", sagt zum Beispiel Joe Madden, Marktforscher bei Mobile Experts. Seiner Einschätzung nach könnte Kumus Technik zwar durchaus ihre Nische finden, sich aber schwerlich flächendeckend zum "5G" entwickeln.