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Mit Google-Unterstützung

Startup-"Factory" soll Berliner Internetszene anschieben

11.06.2014
Startups gibt es viele in Berlin, nun bekommt die Szene einen weiteren wichtigen Treffpunkt. Statt Geld sollen die Jungunternehmen hier Erfahrungen austauschen - und können auf Unterstützung von Google hoffen.

Ein neues Startup-Zentrum soll die Internetszene in Berlin vernetzen und so auch für einen wirtschaftlichen Anschub sorgen. Diesen Plan gaben die Macher der "Factory" am Mittwoch zur Eröffnung des Gebäudes aus. Der fünfstöckige Bau bietet Platz für bis zu 600 Mitarbeiter von Internetfirmen. Mehrere Unternehmen sind bereits vertreten, darunter der Berliner Musikdienst Soundcloud und das Online-Netzwerk Twitter.

Foto: Factory

Der Internetriese Google unterstützt ein Förderprogramm für Startups, das an der "Factory" angedockt ist. Der Chef des Google-Verwaltungsrats, Eric Schmidt, soll am Abend mit einer Rede das Zentrum offiziell in Betrieb nehmen.

Die "Factory" "soll junge Gründer mit etablierten Unternehmen zusammenbringen", sagte Investor Simon Schaefer. Er und drei weitere Investoren finanzierten das Projekt mit 22 Millionen Euro. Schaefer setzt darauf, dass Unternehmen wie Soundcloud ihr Netzwerk und Wissen mit frisch gegründeten Firmen teilen. In anderen Startup-Städten wie San Francisco oder London sei es üblich, dass erfolgreiche Gründer ihr Geld wieder in junge Unternehmen steckten. Das sei hier noch nicht so, sagte Schaefer: "Berlin wird noch einige Jahre brauchen."

Die neuen Mieter präsentierten sich am Mittwoch mit Buden im Hof des Hauses, das direkt an den ehemaligen Mauerstreifen grenzt. Innen ist noch einiges unfertig, die Büros von Soundcloud über mehrere Etagen sind noch unbezogen. Netzwerkkabel warten auf langen Tischen auf die etwa 200 Soundcloud-Mitarbeiter, die hier einziehen sollen. "Wir waren auf unterschiedliche Büros in Berlin verteilt", sagte Eliot Conaway von Soundcloud. "Hierauf haben wir uns schon sehr lange gefreut."

Twitter will Treffen mit Programmierern veranstalten und hofft auf den kreativen Austausch. "Da passen wir gut rein", sagte Twitter-Sprecher Dirk Hensen.

Zum Start gab es aber auch Gegenwind. Taxifahrer protestierten gegen die US-Firma Uber, die mit ihrer Smartphone-App Privatleute als Chauffeure vermittelt und mit einem Stand auf dem Hof der Factory vertreten war. Er könne die Kritik nicht nachvollziehen, sagte Patrick Studener, der für die Expansion des Dienstes in Europa zuständig ist. Man biete eine zusätzliche Möglichkeit zur Fortbewegung an. "Wir sind eine weitere Wahl." Fahrer und Autos würden von Uber geprüft. (dpa/tc)