Kleine Helfer

Startup Delayer - Autostart-Programme im Griff

08.02.2011 | von Moritz Jäger (Autor) 
Moritz Jäger
Moritz Jäger ist freier Autor und Journalist in München. Ihn faszinieren besonders die Themen IT-Sicherheit, Mobile und die aufstrebende Maker-Kultur rund um 3D-Druck und selbst basteln. Wenn er nicht gerade für Computerwoche, TecChannel, Heise oder ZDNet.com schreibt, findet man ihn wahlweise versunken in den Tiefen des Internets, in einem der Biergärten seiner Heimatstadt München, mit einem guten (e-)Buch in der Hand oder auf Reisen durch die Weltgeschichte.
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Windows-Tuning umfasst insbesondere den Boot-Vorgang. "Startup Delayer" sorgt dafür, dass sich die Autostart-Aufrufe nicht gegenseitig behindern.

Startet Windows, so ist der eigentliche Boot-Vorgang auf modernen Systemen normalerweise schnell erledigt. Deutlich mehr Zeit benötigen das Mapping von Netzlaufwerken sowie die Programme, die nach dem Windows-Start automatisch ausgeführt werden. Diese Programme sortieren sich üblicherweise nicht in eine Warteschlange ein, sondern führen sich alle direkt nach dem Windows-Start aus. Dabei kann es schnell vorkommen, dass der Rechner überlastet wird oder bestimmte Schnittstellen mehrfach von verschiedenen Programmen aufgerufen werden. Leider bietet selbst das aktuelle Windows 7 keine Möglichkeit, die Programmstarts verschiedener Anwendungen zu priorisieren. Abhilfe schafft aber der kostenlose "Startup Delayer".

Nach der Installation zeigt die Software die Einträge sämtlicher Programme, die zusammen mit Windows gestartet werden sollen. Einzelne Programmaufrufe lassen sich auf eine Zeitleiste ziehen, um deren Beginn um bis zu zwei Minuten hinter den Windows-Start zu verschieben. Nützlich ist es vor allem, wenn man sich die verschiedenen Einträge nach Delay, also die Verzögerung des Programmaufrufs, sortiert anzeigen lässt. So kann man entscheiden, welche Programme wichtiger sind (etwa der Antivirenschutz) und welche Software sich beim Start Zeit lassen kann (etwa der Instant Messenger).

Praktischer Nebeneffekt: Mit dem Startup Delayer sieht man recht anschaulich, wie viele Tools selbständig einen Starteintrag anlegen - obwohl das nur in den seltensten Fällen wirklich notwendig ist oder Zeit spart. Vor allem Produkte von Adobe starten sich lieber selbst, als die Wahl dem Nutzer zu überlassen. Auch hier kann man mit Startup Delayer eingreifen. Entfernt man den Haken vor dem Eintrag, wird das Programm nicht mehr aufgerufen. Das führt nur äußerst selten zu Problemen, meist lädt das Programm die notwendigen Komponenten sowieso, wenn es manuell aufgerufen wird. Hat man die Einträge passend konfiguriert, muss das Tool noch über den Menüpunkt "Aktionen" scharf geschaltet werden. Über das Plus-Zeichen lassen sich außerdem neue Programme hinzufügen, die man selbst automatisch zur Verfügung haben möchte.

CW-Fazit

Allzu oft gilt der Fokus von Tuning-Maßnahmen dem Boot-Vorgang von Windows - dabei lässt sich mit einem Ausmisten des Autostart-Bereichs oft ein deutlich schnellerer Windows-Start erzielen, ohne dass man in die Untiefen der Registry von Windows eindringen muss. Mit dem Startup Delayer schafft man zusätzliche Ordnung, so dass sich die einzelnen Programme nicht ins Gehege kommen. Das Tool funktioniert mit allen Varianten von Windows, auch Windows 7 mit 64 Bit war im Test kein Problem.

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