Start-up-Mentalität im Konzern

07.12.2005
Von Heike Stautner
Geradlinigkeit, hohes Engagement sowie Innovationskraft haben NetApp innerhalb kürzester Zeit zu einem Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 1,6 Milliarden US-Dollar gemacht und zu einem der Top-5-Storage-Anbieter weltweit. Trotzdem hat man sich die Aufbruchstimmung bewahrt und ähnelt damit eher einem Start-up.

Das Miteinander von Chefetage und Mitarbeitern und das uneingeschränkte gegenseitige Vertrauen machen NetApp zu einem interessanten Arbeitgeber. Das weiß auch Milan Talgeri aus der Stuttgarter Niederlassung, einer der jüngsten Mitarbeiter der deutschen Niederlassung. Seit Mitte Juni 2005 betreut er als Account Manager Kunden von Ulm bis Mannheim aus den Bereichen Maschinenbau, Engineering sowie Forschung und Lehre. „Ich habe mich sofort wie zu Hause gefühlt“, erklärt der 26-Jährige. „Das Betriebsklima ist toll, man hat viele Freiheiten, sich zu entwickeln, wird aber auch gefordert." Während seines technischen BWL-Studiums habe er viele Praktika absolviert und war dabei unter anderem bei HP, IBM und Porsche tätig. "Daher hatte ich genaue Vorstellungen, was ich wollte: Freiraum für Kreativität und Ideen, aber auch Aufstiegsmöglichkeiten und das Gefühl, ein wichtiger Teil eines großen Ganzen zu sein", so Talgeri.

Milan Talgeri, NetApp: "Ich hatte genaue Vorstellungen von meinem künftigen Arbeitgeber."
Milan Talgeri, NetApp: "Ich hatte genaue Vorstellungen von meinem künftigen Arbeitgeber."

Die gute Arbeitsatmosphäre und die Teamarbeit sind für NetApp nichts Neues. So steht der Storage-Hersteller bereits seit drei Jahren regelmäßig auf der Liste der „100 Best Companies to Work for“ des Fortune Magazine – sicherlich auch ein Verdienst seines CEOs Dan Warmenhoven, der 2004 sein zehnjähriges Jubiläum beim Unternehmen feierte. Die deutsche Niederlassung ist ein gewachsenes Team, mit einer Management-Ebene der ersten Stunde, was sicherlich ungewöhnlich ist. Andreas König, der 1996 die deutschen Geschäftsaktivitäten aufgebaut hat, führt das Storage-Unternehmen inzwischen als Vice President Verkauf, zuständig für Europa, den mittleren Osten und Afrika (EMEA) und hat sowohl den Management-Stil als auch das Image sowie den Erfolg des Unternehmens entscheidend mitgepägt.

Leistung wird honoriert

„NetApp prägt eine offene Unternehmenskultur, in der Leistung erwartet, aber auch entsprechend honoriert wird“, bestätigt Thorsten Lemke. Der Diplombiologe ist seit April 2005 bei NetApp München als Systems Engineer für den Kunden BMW tätig und hat sich bereits nach kürzester Zeit akklimatisiert. „In vielen Firmen kommt Lob oft zu kurz mit der Folge, dass die Motivation auf der Strecke bleibt. Wenn aber das Umfeld stimmt, fällt es leichter, auch die gewünschte Leistung und Qualität abzuliefern." Hilfreich für den Jobeinstieg seien für ihn die verschiedenen Weiterbildungsmaßnahmen gewesen – sei es vor Ort oder am Hauptsitz in den USA.

Lemke hatte bereits bei seinem vorherigen Arbeitgeber Computacenter mit NetApp Kontakt, da er für den Betrieb der NetApp-Storage-Systeme beim größten bayerischen Automobilhersteller mitverantwortlich war. Er freut sich, dass seine Blindbewerbung beim Storage-Hersteller zum Erfolg führte. „NetApp war meine erste Wahl, jedoch konnte ich als Quereinsteiger nicht gerade den klassischen IT-Werdegang vorweisen. Als ich mein Biologiestudium 2001 beendete, waren die Jobangebote in Industrie und Lehre nicht sehr attraktiv. So entschied ich mich für ein Trainee-Programm im Vertrieb bei Computacenter, orientierte mich dann aber eher in die technische Richtung und bin jetzt da angekommen, wo ich immer hinwollte: im technischen Presales.“

Pluspunkt Auslandserfahrung

Für Network Appliance ist die Besetzung offener Stellen mit Hochschulabgängern beziehungsweise Personen mit weniger als drei Jahren Berufserfahrung Neuland. Obwohl der Storage-Hersteller allein in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren rund 100 Arbeitsplätze geschaffen hat und bis zum Ende des laufendes Geschäftsjahres 2006 am 30. April 2006 voraussichtlich noch weitere 25 Stellen zu besetzen hat, setzt man erst seit gut einem halben Jahr auf Einsteiger. Auch wenn die derzeitige Arbeitsmarktlage für Arbeitgeber geradezu ideal zu sein scheint, ist die Auswahl an wirklich gut ausgebildetem und qualifiziertem Personal in der IT weiterhin knapp. Hinzu kommt, dass Mitarbeiter in der heutigen Situation gesicherte Arbeitsplätze nicht mehr ohne weiteres aufgeben, da ein Wechsel auch mit viel Unsicherheit verbunden ist.

Network Appliance

- Hauptsitz Deutschland: Grasbrunn bei München
- Hauptsitz international: Sunnyvale, Kalifornien
- Mitarbeiter: 3900 (weltweit)
- Umsatz im Geschäftsjahr 2005: 1,6 Milliarden US-Dollar
- Gesuchte Qualifikationen: Informatiker, Elektroingenieure, Betriebswirte mit Berufserfahrung von ein bis drei Jahren
- Einstiegsgehälter: zwischen 35.000 und 40.000 Euro (leistungsorientierte Bezahlung)
- Altersdurchschnitt der Mitarbeiter: 37 Jahre
- Ansprechpartner für Bewerber: Recruiting, Tel. 089-900594-311, Karriereseiten auf www.netapp.de

Thorsten Lemke, NetApp: "Wenn das Umfeld stimmt, kann ich auch die gewünschte Leistung abliefern."
Thorsten Lemke, NetApp: "Wenn das Umfeld stimmt, kann ich auch die gewünschte Leistung abliefern."

„Wir investieren verstärkt in Mitarbeiter mit ein- bis dreijähriger Berufserfahrung. Dies liegt im Wesentlichen daran, dass hochqualifizierte Mitarbeiter, noch dazu in der Storage-Branche, schwer zu bekommen sind und wir verstärkt auf eine ausgeglichene Alterstruktur achten“ erklärt Ivo Martin, Personal-Manager Central Europe. „Der Werdegang des Einzelnen spielt bei der Einstellung die entscheidende Rolle. Wer schon während seines Studiums zahlreiche Praktika absolviert oder sich im Rahmen eines Trainee-Programms in der IT-Branche, gerne auch im Ausland, erste Erfahrungen angeeignet hat, zeigt dieses Engagement und hat schon mal eine gute Basis.“

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