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Starkes Europa- und Netware-Geschäft beschert Novell schwarze Zahlen

23.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Novell konnte im dritten Quartal seines laufenden Geschäftsjahres dank eines starken Europageschäfts und stabiler Nachfrage nach der guten alten Netware seinen Umsatz um 13 Prozent steigern. In der Folge erreichte die Firma aus Provo im US-Bundesstaat Utah einen Nettogewinn von 9,9 Millionen Dollar oder drei Cents pro Aktie, entsprechend der Prognose vom Mai dieses Jahres. Ein Jahr zuvor hatte Novell einen Nettoverlust von 19,3 Millionen Dollar oder sechs Cent je Anteilschein gemeldet; seinerzeit belastete eine Sonderabschreibung für Restrukturierung von 30,4 Millionen Dollar das Ergebnis. Abzüglich außergewöhnlicher Belastungen und Zugewinne ergibt sich für beide Quartal ein Proforma-Gewinn von vier Cent pro Aktie.

Die Quartalseinnahmen stiegen von 249,1 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum auf aktuell 282,3 Millionen Dollar und übertrafen Novells eigene Erwartung von 274 Millionen Dollar. Die Einnahmen aus dem Netware-Produktgeschäft stiegen nach sechs Rückgängen in Folge sequentiell um zwei Prozent auf 89 Millionen Dollar. Schwachpunkt war das Beratungsgeschäft, das trotz der Übernahme von Cambridge Technology Partners im vergangenen Jahr um gegenüber dem Vorquartal um zwei Prozent auf 74 Millionen Dollar zurückging.

Finanzchef Ron Foster äußerte sich erfreut über die Nachfrage nach Netware sowohl bei kleinen als auch bei großen Anwendern. Für das laufende Quartal äußerte sich der CFO (Chief Financial Officer) jedoch angesichts der schwierigen Marktbedingungen vorsichtig. Die Einnahmen sollen im vierten Quartal um rund zehn Millionen Dollar steigen. Durch den Zukauf der defizitären Silverstream könnte der Gewinn gegenüber dem aktuellen Ergebnis jedoch sinken. Für das Gesamtgeschäftsjahr würde dies auf Einnahmen von 1,13 Milliarden Dollar nach 1,04 Milliarden im Vorjahr hinauslaufen.

Im nachbörslichen Handel stieg der Kurs der Novell-Aktie um 22 Prozent auf 2,56 Dollar. Zum Nasdaq-Fixing hatte der Kurs bei 2,09 Dollar geschlossen. In diesem Jahr hatte das Papier rund 55 Prozent an Wert verloren. (tc)