ERP

Cloud-Geschäft wächst kräftig

Starker Euro bremst SAP auch zu Jahresbeginn aus

17.04.2014
SAP hat im ersten Quartal ungewöhnlich stark zugelegt. Üblicherweise nehmen die Softwarekonzerne gegen Ende des Jahres am meisten Geld ein. Doch ungünstige Wechselkurse haben den Wachstumsschub gedämpft - und das dürfte sich erst mal so fortsetzen.
Die SAP-Zentrale in Walldorf
Die SAP-Zentrale in Walldorf

Der starke Euro hat den erfolgreichen Jahresstart des Softwarekonzerns SAP abgebremst. "Der Euro ist zuletzt gegenüber vielen Währungen gestiegen", sagte der designierte Finanzchef Luka Mucic, der im Juli den Posten übernimmt, am Donnerstag in Walldorf. Im zweiten Quartal dürfte sich der Effekt noch verschärfen, wie SAP in seiner Mitteilung warnte.

Wenn Firmen wie SAP große Teile ihres Umsatzes außerhalb des Euroraums machen, leiden sie besonders unter Währungsschwankungen. Wenn der Euro beispielsweise gegenüber dem Dollar zulegt, sind Umsätze aus den USA weniger wert. SAP sichert sich zwar ab, alle Schwankungen kann das Unternehmen aber nicht ausgleichen.

Dabei hatte der Softwarekonzern eigentlich einen starken Jahresstart hingelegt. Bei den wichtigen Produktumsätzen habe SAP - Währungseffekte herausgerechnet - im ersten Quartal höhere Wachstumsraten erzielt, als in seinen Planungen für das Gesamtjahr vorgesehen, sagte Co-Vorstandschef Bill McDermott. Das ist ungewöhnlich, denn in der Softwarebranche ist das erste Jahresviertel üblicherweise das schwächste Quartal.

Wegen des starken Euros stiegen die Gesamtumsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum nur um drei Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Nach Steuern verdiente der Softwarekonzern mit 534 Millionen Euro drei Prozent mehr. Das Europa-Geschäft habe sich trotz der Krim-Krise solide entwickelt. Das Wachstum in Russland habe sich verlangsamt, sagte McDermott. Noch sei aber "nichts verloren".

Einen kräftigen Schub verbuchte SAP in seinem noch kleinen, aber wichtigen Wachstumssegment, dem Cloud-Geschäft mit Abo-Modellen. Die Umsätze stiegen um 60 Prozent auf 219 Millionen Euro. Das Geschäft mit klassischen Softwarelizenzen schrumpfte dagegen.

SAP ist dabei, sein Geschäft mit Software in der sogenannten Cloud ("Wolke") auszubauen, die die Kunden mieten und nicht mehr auf ihren eigenen Servern installieren. Es soll bis 2015 von einer auf zwei Milliarden Euro ansteigen, 2017 sollen es drei bis dreieinhalb Milliarden Euro sein. Noch bringen aber die alten Lizenzen und die damit verbundenen Wartungsarbeiten das meiste Geld bei SAP ein. (dpa/mb)