Gartner

Starker Dollar bremst Geräte-Absatz

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Insbesondere wegen der rückläufigen PC-Käufe und des negativen Einflusses des starken Dollars haben die Marktforscher von Gartner ihre Prognose für das weltweite Endgerätegeschäft 2015 (PCs, Tablets, Ultramobiles und Mobiltelefone) nach unten korrigiert: Statt 2,8 Prozent soll das Wachstum nun nur noch 1,5 Prozent ausmachen.

Gartner geht nun davon aus, dass 2015 weltweit 2,454 Milliarden Devices (PCs, Tablets, Ultramobiles und Mobiltelefone) verkauft werden - verglichen mit 2,419 Milliarden Stück im Vorjahr. Gleichzeitig wird erwartet, dass die Endkunden in diesem Jahr insgesamt 606 Milliarden Dollar für die Geräte ausgeben, was verglichen mit dem Vorjahrswert einem Rückgang (den ersten seit 2010) um 5,7 Prozent entspricht.

Laut Ranjit Atwal, Research Director bei Gartner, war zum Teil die fortgesetzte Abschwächung der PC Einkäufe in Westeuropa, Russland und insbesondere Japan Auslöser für die revidierte Prognose. Vor allem hätten aber die Preiserhöhungen wegen der lokalen Währungsabwertung gegenüber dem Dollar den Korrekturbedarf herbeigeführt. Der einzige Markt, der weiterhin Wachstum aufweist ist laut Atwal der Handy-Markt (plus 3,3 Prozent), wobei hier wiederum die Preise weiter sinken. Die Nachfrage treiben dabei insbesondere die Schwellenländer an, allen voran China. Allerdings registrieren die Marktforscher auch im Reich der Mitte mit immer weniger Erstkäufern Zeichen für eine allmähliche Sättigung.

Weltweiter Absatz nach Gerätetyp, 2014-2017 (in Millionen )

Gerätetyp

2014

2015

2016

2017

Traditioneller PCs (Desktop oder Notebook)

277

251

243

233

Ultramobiles (Premium)*

37

49

68

89

PC-Markt

314

300

311

322

Ultramobiles (Tablets)*

226

214

228

244

Computing Devices

540

514

539

566

Mobiltelefone

1,879

1,940

2,007

2,062

Insgesamt

2,419

2,454

2,546

2,628

* Die Kategorie Ultramobile (Premium) beinhaltet Geräte wie Microsoft Surface und Macbook Air.

* Die Kategorie Ultramobile (Tablets uand Clamshells) beinhaltet Geräte wie iPad (Mini), Samsung Galaxy Tab S 10.5, Nexus 7 uand Acer Iconia Tab 8.

Quelle: Gartner (Juli 2015)

Migration von Windows XP weitgehend abgeschlossen

Was das PC-Geschäft anbelangt, wirkte sich hier in der ersten Jahreshälfte das Ende der Migrationen von Windows XP auf die Nachfrage aus. Einen noch stärkeren negativen Einfluss hat laut Gartner jedoch die Abwertung anderer Währungen gegenüber dem Dollar. Als Konsequenz würden die PC-Hersteller nun zunehmend ihre Lagerbestände auflösen - um mindestens fünf Prozent bis Jahresende - um auf diese Weise den Preisdruck im Channel zu reduzieren. Unter dem Strich rechnen die Auguren von Gartner für 2015 mit 300 Millionen verkauften Rechner - ein Minus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

"Wir erwarten nicht, dass sich der weltweite PC-Markt bis 2016 wieder erholt", sagte Atwal. Die Veröffentlichung von Windows 10 ab dem 29. Juli werde vielmehr zu einer Verlangsamung der professionellen Nachfrage nach mobilen PCs und höherpreisigen ultramobilen Geräten (Ultrabooks und Convertibles) im Jahr 2015 führen. Wenn sich Anbieter und Kunden aber an die neuen Preise gewöhnen, könnte Windows 10 den Austausch von Geräten in 2016 ankurbeln.

Auch die Prognose für das Segment Ultramobiles (überwiegend Tablets) ist nicht eben positiv: Gartner erwartet, dass der Markt in 2015 um 5,3 Prozent auf 214 Millionen Geräte schrumpft. "Der Tablet-Markt wird durch weniger Neukunden, eine verlängerte Lebensdauer der Geräte und wenig Innovation belastet ", sagte Roberta Cozza, Research Director bei Gartner. Das Tablet sei zu einem "nice to have"-Gerät geworden und es bestehe keine wirkliche Notwendigkeit, das Modell so häufig wie ein Smartphone zu aktualisieren. Immerhin rechnet Cozza damit, dass in den gesättigten Märkten bis 2016 jeder zweite Haushalt ein Tablet vorweist.