Marktübersicht Open Source

Starke Tools für die Private Cloud

Andrej Radonic ist Experte für Virtualisierung, Cloud-Technologien und Open Source Anwendungen. Der Fachbuchautor ist Vorstand der interSales AG und entwickelt für mittelständische Unternehmen anspruchsvolle E-Commerce Lösungen.
Die Open-Source-Community bietet eine Fülle an mächtigen Werkzeugen zum Aufbau und zum Verwalten von Private Clouds in der Unternehmens-IT.
Foto: Jakub Jirsak, Fotolia.de

Bei Private Clouds geht es um weit mehr als die Virtualisierung von Hardware-Ressourcen wie Rechner, Storage oder Netzwerke. Werden die virtualisierten Ressourcen den Anwendern flexibel als Infrastructure-as-a-Service (IaaS) gemäß ihren eigenen Wünschen angeboten, setzt dies eigene Software-Lösungen voraus, die über reines Virtualisierungs-Management weit hinausgehen.

Haben in jüngster Vergangenheit Open-Source-Lösungen bereits die Server-Virtualisierung und die Public Cloud Technologien maßgeblich beeinflusst und populär gemacht, punkten quelloffene Softwarepakete mit Offenheit, Flexibilität und null Kosten nun auch im Cloud-Umfeld und gewährleisten die gerade im Infrastruktur-Geschäft so wichtige Hersteller-Unabhängigkeit. Da es sich um ein junges Thema handelt, finden sich sowohl noch in Entwicklung befindliche - gleichwohl sehr interessante - Lösungen als auch solche, die schon tausendfach im Einsatz sind und für die kommerzieller Support verfügbar ist.

Hohe Anforderungen an die Private Cloud

Die Anforderungen an Cloud-Computing-Systeme sind dabei hoch: die virtualisierten Komponenten des Data Center müssen als Cloud zusammenhängend orchestriert werden, damit individuelle Anwender flexibel und on-demand benötigte Infrastrukturkomponenten im Self-Service-Verfahren anfordern können. Dies muss auf sichere und zentral organisierte, an SLAs ausgerichtete Weise erfolgen. Insbesondere müssen Cloud-Management Plattformen

  • Services und Ressourcen definieren, welche den Anwendern bereitgestellt werden

  • den Anwendern die Möglichkeit geben, die Services und Ressourcen selbst auszuwählen und zu managen (zum Beispiel Anfordern einer VM, starten, stoppen, pausieren etc.)

  • die "Elastizität" der gesamten Umgebung gewährleisten, realisiert durch dynamisches Workload- und Ressourcen-Management im Sinne einer schnellen Skalierbarkeit von Ressourcen, so dass sich dem Anwender die Cloud im Prinzip als unbegrenzt darstellt

  • das Messen und Abrechnen bereitgestellter Ressourcen und Services ermöglichen

  • ein zentrales Management der gesamten Cloud-Struktur bei gleichzeitiger Mandantenfähigkeit des Systems bieten.

Leistungsfähige Systeme

Diesen Zielen folgend weisen die meisten der hier betrachteten Systeme eine Reihe einheitlicher Eigenschaften auf:

  • Unterstützung heterogener Storage- und Rechner-Infrastrukturen - so werden diverse verbreitete Hypervisor unterstützt, allen voran Xen, KVM, VMware

  • Integriertes Cluster-Management, teilweise bis hin zur Hochverfügbarkeit

  • Umfangreiche Cloud-Schnittstellen für die Anbindung an Public Clouds, zumeist Amazon EC2

  • User- und Rollen-Management

  • Monitoring, Reporting, Abrechnung

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