Deckungsbeitragsrechnung in beliebig vielen Arbeitsstufen:

Standardsystem mit individuellen Parametern

25.07.1980

Ein Standardsystem für den Einsatz in der Deckungsbeitragsrechnung entwickelte die Informatik Gesellschaft Kerckhoff & Rau mbH, Eching. Der Anstoß dazu kam von der Muttergesellschaft, einer gleichnamigen Unternehmensberatung, die bei der Einführung von Kostenrechnungssystemen in Unternehmen der Konsumgüterindustrie über große Erfahrung verfügt.

Bei der organisatorischen Entwicklung von firmenindividuellen Deckungsbeitragsrechnungs-Systemen zeigte sich, daß die vorhandenen Softwarepakete, nicht oder nur unter großem Aufwand den Anforderungen der verschiedenen Unternehmen anzupassen sind, vor allem. wenn es sich um komplexere Aufgabenstellungen handelt.

Die Entscheidung für die Entwicklung eines Standard-Softwarepaketes zur Deckungsbeitragsrechnung lag nahe. Mit dem bei der Unternehmensberatung vorliegenden organisatorischen Wissen von Kostenrechnungs-Systemen konnte eine echte Standardisierung angestrebt werden, ohne die unterschiedlichen unternehmensspezifischen Anforderungen zu vernachlässigen. Eine weitere Forderung an das System war seine Einsatzfähigkeit sowohl als artikelbezogene Unternehmens-Deckungsbeitragsrechnung als auch als Kunden-Artikel-bezogene Vertriebs-Deckungsbeitragsrechnung für Ist- und Sollwerte einschließlich der Anbindung von Sonderauswertungen.

Die Losung des Problems gelang durch die Entwicklung eines variablen, hierarchisch aufgebauten Zuordnungssystems, welches für beide Aufgabenstellungen geeignet ist.

In diesem System bestehen keinerlei Einschränkungen hinsichtlich der Anzahl der zu verwendenden Deckungsbeitragsstufen, der gewünschten Verdichtungen und der Zuordnung von Mengen, Werten und Kennziffern. Auch die im jeweiligen Unternehmen bestehenden Nummernsysteme können ohne jegliche Änderung übernommen werden.

Die Grundlage zur Erstellung der Deckungsbeitragsrechnung bildet die Finanzbuchhaltung oder eine entsprechend aufgebaute Statistik. Sie muß folgende Voraussetzungen erfüllen:

- Angabe von Kostenträger beziehungsweise Kostenstelle im Buchungssatz,

- Buchungsmöglichkeit von Werten und Mengen.

Die Zuordnung der Buchungssätze zur Deckungsbeitragsrechnung erfolgt über folgende Daten:

- Kostenstelle beziehungsweise Kostenträger

- Kontogruppe beziehungsweise Kontonummer

- Wert- beziehungsweise Mengenbuchung

- Zeilennummer der Deckungsbeitragsrechnung

Mengen und Werte, die bisher nicht direkt verbucht werden oder nicht direkt verbucht werden können, jedoch zur Erstellung einer aussagefähigen Deckungsbeitragsrechnung notwendig sind, werden in Vorlaufprogrammen ermittelt und fließen dann in die Finanzbuchhaltung ein oder werden direkt mit Hilfe des Programms erzeugt.

Das Generieren eines individuellen Systems kann im Dialog erfolgen. Aufgrund einmal vorzugebender unternehmensspezifischer Parameter erfolgt der Aufbau der notwendigen Dateien, die dann mit firmenindividuellen Daten gefüllt werden können.

Bei der Generierung erfolgt der Aufbau des Zuordnungssystems, die Definition der Schnittstellen zur Finanzbuchhaltung oder einer entsprechenden Statistik sowie der Aufbau und die Beschriftung des Output.

Für die Erstellung einer aussagefähigen Deckungsbeitragsrechnung sind gewisse Rechenoperationen für Mengen und Werte erforderlich, die jedoch von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich sind. Es hat sich jedoch gezeigt, daß sich diese Rechenoperationen in bestimmte Standardformen bringen lassen. Daher wird bereits beim Generierungslauf die Möglichkeit gegeben, die Rechenoperationen im Rahmen der Standardisierung beliebig zu vergeben. Der Aufbau des Outputs erfolgt in Matrixform; dabei sind Mengen- und Wertverbrauch zeilenförmig, die Ordnungsbegriffe spaltenförmig angeordnet.

Strukturunterschiede kein Hindernis

Die Anzahl der auszugebenden Daten je Blatt hängt natürlich von der verwendeten Papiergröße ab, sie kann beliebig vorgegeben werden. Dabei sind auch die Anzahl der zu verarbeitenden Mengen und Werte je Deckungsbeitragsstufe sowie die zu verwendenden Texte frei wählbar.

Die Struktur einer Deckungsbeitragsrechnung ist von Unternehmen zu Unternehmen verschieden, was jedoch kein Hindernis für den Einsatz des Softwarepaketes darstellt. Mit der Anwendung des Standard-Softwarepaketes wird das Problem der Ablauforganisation jedoch nicht gelöst. Soweit sie vorhanden ist, braucht sie aber nicht programmbezogen aufgebaut zu sein.

Die Systementwicklung des Softwarepaketes erfolgte unter Einsatz der datenstruktur- und problemorientierten Methode von Michael Jackson Diese strukturierte Vorgehensweise bietet Übersichtlichkeit und Wartungsfreundlichkeit. Der Einsatz eines entsprechenden Programmgenerators, der diese Art der strukturierten Programmierung unterstützt vereinfacht auch Codierung und Dokumentation des Systems.

* Dipl.-Math. Karl Bucher ist zuständig für kommerzielle Software bei der Informatik Gesellschaft Kerckhoff & Au mbH, Weidenweg 2, 8081 Eching/Ammersee, Telefon 0 81 43/10 14.