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Standardorganisation Oasis weicht Open-Source-Regeln auf

10.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die "Organization for the Advancement of Structured Information Standards" (Oasis) will ihre Regelungen zu patentgeschützter Software modifizieren. So sollen Entwickler künftig ihre Produkte, die sie anhand der Oasis-Standardvorgaben entwickelt haben, künftig nicht zwingend unter eine Open-Source-Lizenz stellen müssen. Zwar empfiehlt die Organsation diesen Schritt, doch soll es auch gestattet sein, Entwicklungen zu schützen und Lizenzgebühren darauf zu erheben. Die neuen Regeln sollen ab dem 15. April gelten.

Kritiker befürchten nun, dass Open-Source-Produkte einen geringeren Stellenwert bei der Entwicklung von Standards erhalten. Oasis sei keine Open-Source-Organisation, hält Jim Hughes, Geschäftsführer von Oasis, dem entgegen. "Wir sind eine Standardisierungsorganisation." Die neuen Regeln würden den Entwicklern mehr Möglichkeiten bieten und damit die Open-Source-Entwicklung insgesamt vorantreiben. Man müsse realistisch sein, ergänzt Robert Glushko, Professor an der University of California. Er bevorzuge zwar gebührenfreie Standards. Einige Standards liessen sich jedoch nur schwer entwickeln, wenn es nur die Royality-Free-Option gebe. Unter dem Dach von Oasis beschäftigen sich derzeit rund 60 Arbeitsgruppen mit der Entwicklung von 19 verschiedenen Standards, vorwiegend im Web-Services-Umfeld. (ba)